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Maksutov-Teleskope

Das nach dem russischen Optiker Dmitri Maksutow benannte Spiegelteleskop (kurz Mak) ist eine spezielle Modifikation des bekannten Schmidt-Cassegrain-Telekops (kurz SC) und verfügt wie dieses über einen sphärischen Hauptspiegel und einen Sekundärspiegel (Fangspiegel).




Maksutov-Teleskop – Was ist ein Maksutov-Teleskop und was ist bei der Auswahl zu beachten?

Das Mak hat die gleiche Bauform wie ein SC, unterscheidet sich aber von diesem dadurch, dass anstelle der vom Optiker Bernhardt Schmidt entwickelten sogenannten Schmidtplatte an der Objektivöffnung eine meniskusförmige Linse sitzt. Die Linse korrigiert die vom Hauptspiegel erzeugte sphärische Aberration. Maksutov-Teleskope werden üblicherweise mit Cassegrain-Strahlengang ausgeführt, anders als bei der Cassegrain-Optik ist beim Mak der Fangspiegel auf die Meniskuslinse aufgedampft. Die parallel von rechts in den Tubus einfallenden Lichtstrahlen erreichen den Hauptspiegel, werden von diesem reflektiert und gebündelt zum Fangspiegel geleitet. Dieser weitet durch seine spezielle konvexe Form das Lichtbündel wieder auf und vergrößert dabei gleichzeitig die Gesamtbrennweite des Teleskops um etwa das Vierfache. Bekannte Teleskope dieser Bauart stehen in der Sternwarte Cerro El Roble auf dem gleichnamigen Berg in Chile, im Observatorium Abastumani in der Sowjetunion und im Krim-Observatorium auf der Halbinsel Krim. Das Teleskop in der chilenischen Sternwarte Cerro El Roble gehört mit einer Öffnungsweite von 700 mm zu den weltweit größten Maksutov-Teleskopen.

Vor- und Nachteile des Maksutov-Teleskops

Ein wesentlicher Vorteil gegenüber anderen Teleskopen ist die kürzere Bauform verbunden mit einer längeren Brennweite.

Weitere Vorteile:

  • Weitestgehend farbfehlerfrei
  • Geschlossener Tubus, daher keine thermischen Beeinträchtigungen
  • Gute außeraxiale Bildkorrektur
  • Sehr guter Bildkontrast
  • Keine lästigen Bildbeeinträchtigungen durch Fangspiegelstreben

Nachteile:

  • Hohes Gewicht durch schwere Meniskuslinse
  • Lange Auskühlphase bei einem Temperaturwechsel
  • Obstruierter Strahlengang, kleinere Fangspiegel halten die Obstruktion aber gering
  • Öffnungen nur bis ca. 16″
  • Öffnungen über 8″ sind aber relativ teuer
  • Kleine Gesichtsfelder durch die Öffnungsverhältnisse von f/10 bis f/13

Was ist bei der Auswahl eines Maksutov-Teleskops zu beachten?

Wer sich für ein Maksutov-Teleskop entscheidet, sollte vielleicht über die Anschaffung einer sogenannten Russentonne nachdenken. Dieses russische Spiegelteleobjektiv ist ein unter Amateurastronomen beliebtes Modell aus der Maksutov-Teleskop-Reihe, mit einer Brennweite von 1.000 mm bei einer Öffnung von 100 mm. Das kompakte, optische Gerät eignet sich sowohl für die visuelle Beobachtung als auch für die Astrofotografie. Detaillierte Objekte im Sonnensystem wie Mond, Mars etc. werden kontrastscharf abgebildet.

Einen Wermutstropfen gibt es jedoch. Da es sich bei der Russentonne in der Grundausstattung nicht um ein astronomisches Teleskop, sondern um ein Teleobjektiv handelt, muss zwecks voller Ausschöpfung seiner Potenziale (u. a. Deep-Sky-Objekte), einiges an Zubehör (Okular, Zenitprisma, M42-Adapter etc.) zugekauft werden. Die Erstanschaffung kann sich dadurch erheblich verteuern. Aufgrund des sehr kleinen Peilgerätes in der Grundausstattung empfiehlt sich auch die Anschaffung eines Sucherfernrohres oder einer Peilhilfe.

Fazit

Die spezielle Optikanordnung der Maksutov-Teleskope ermöglicht eine Bauweise mit sehr kurzer Tubuslänge bei großer Brennweite. Ein Mak mit beispielsweise einer Tubuslänge von nur 500 mm und einer Öffnung von 7″ hat eine Brennweite von 2,67 m. Ein so gutes Verhältnis zwischen Bauweise und Brennweite erreicht kein anderes Teleskop. Insbesondere als Zweit- und Reiseteleskop, aber auch als Hauptteleskop, ist die Anschaffung einer Russentonne auf jeden Fall eine Überlegung wert.