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Newton-Teleskop

Wenn es um Astronomie und insbesondere um die Beobachtung von Himmelskörpern geht, wird auch vom Newton-Teleskop geredet. Doch was ist eigentlich das Besondere an solch einem Teleskop? Diese Frage lässt sich recht einfach beantworten. Ein Newton-Teleskop ist leistungsstark und vor allem einfach zu bedienen.




Wie ist ein Newton-Teleskop aufgebaut?

Das wichtigste Bauteil eines solchen Teleskops ist der Tubus. Dieser sieht aus wie ein sehr dickes Rohr. Deshalb werden Teleskope mitunter auch als Fernrohre bezeichnet. Am vorderen Ende ist der Tubus geöffnet. Durch diese Öffnung tritt das Licht der Himmelskörper ein. An der Rückseite des Teleskops befindet sich ein Parabolspiegel. Dieser reflektiert und bündelt das eingefangene Licht. Deshalb wird ein Newton-Teleskop auch als Reflektor- oder Spiegelteleskop bezeichnet.

Das von diesem Spiegel reflektierte Licht gelangt dann auf einen kleineren Spiegel, der sich wieder nahe der Teleskopöffnung befindet. Dieser Spiegel ist um 45 Grad abgewinkelt. Dadurch reflektiert er das Licht seitwärts. Das Licht der Himmelskörper wird auf diese Weise direkt zum Okular reflektiert. Dieses befindet sich seitlich am Tubus. Die Himmelsbeobachtung erfolgt daher in einem Winkel von 90 Grad. Der Hobby- oder Profiastronom blickt seitlich in den Tubus hinein. Das Okular wird in eine Halterung eingesetzt, die sich mit einem feinen Gewinde nach innen oder außen verstellen lässt. Damit erfolgt die Scharfstellung des beobachteten Objekts.

Die Vergrößerung spielt bei einem Newton-Teleskop eine wichtige Rolle

Es gibt einige wichtige technische Daten, die bei einem Newton-Teleskop von Bedeutung sind. Dazu gehören:

  • Die Größe der Objektivöffnung
  • Die Brennweite des Tubus
  • Die Brennweite des Okulars

Die Größe der Objektivöffnung ist insofern wichtig, weil durch sie das Licht eingefangen wird. Je größer sie ist, desto detaillierter können Himmelsbeobachtungen erfolgen. Bei einem Newton-Teleskop spielt neben der Objektivöffnung aber auch der Durchmesser des an der hinteren Seite angebrachten Spiegels eine große Rolle. Der Durchmesser wird bei der Objektivöffnung zumeist in Zoll angegeben. Typische Newton-Teleskope für Einsteiger weisen einen Objektivdurchmesser von drei Zoll auf. Dieses Maß entspricht etwa einen Durchmesser von 76 Millimeter.

Die Brennweite ist der Abstand zwischen dem Spiegel und dem Okular. Das Maß wird in Millimeter angegeben. Ein Einsteigerteleskop weist zumeist eine Brennweite von 700 Millimetern auf.

Die Brennweite der Okulare ist eher gering. Die Maße reichen in der Regel von 4 bis 25 Millimetern. Okulare können separat gekauft werden, sofern sie nicht zum Lieferumfang gehören.

So wird der Vergrößerungsfaktor berechnet

Um den Vergrößerungsfaktor zu verändern, muss immer das Okular getauscht werden. Die Berechnung der Vergrößerung erfolgt nach der Formel: Brennweite geteilt durch Okulardurchmesser. Das lässt sich am besten anhand des oben genannten Beispiels beschreiben. Bei einer Brennweite von 700 Millimetern und einer Okularbrennweite von 25 Millimetern braucht nur 700 / 25 gerechnet zu werden. Das Ergebnis wäre in diesem Fall 28. Das bedeutet, mit dem 25-Millimeter-Okular ist eine 28-fache Vergrößerung möglich. Wird jedoch ein 4-Millimeter-Okular eingesetzt, beträgt der Vergrößerungsfaktor bereits 175.

Theoretisch könnte auch noch eine zusätzliche Barlow-Linse montiert werden. Mit dieser lässt sich die Vergrößerung auf das Zweifache oder sogar Dreifache erhöhen. Es liest sich dann in der Beschreibung des Newton-Reflektors gut, wenn dort steht, dass eine 525-fache Vergrößerung möglich ist. Doch bei solchen Angaben ist Vorsicht geboten. Der Fachmann spricht in solch einem Fall von einer leeren Vergrößerung. Das bedeutet, dass sie zwar rechnerisch vorhanden, aber nicht nutzbar ist. Der maximale Vergrößerungsfaktor ist durch den Objektivdurchmesser eingeschränkt. Nach einer Faustregel beträgt der maximale Vergrößerungsfaktor nur das Zweifache vom Objektivdurchmesser in Millimeter. Um in dem oben genannten Beispiel zu bleiben, beträgt die maximal nutzbare Vergrößerung bei einem Newton-Teleskop mit einem Objektivdurchmesser von 76 Millimetern 152. Bei einer stärkeren Vergrößerung als 152-fach würden die astronomischen Objekte viel zu dunkel erscheinen, sodass sie nicht mehr deutlich zu erkennen sind.

Das Stativ und die Montierung

Nicht nur die optischen Eigenschaften sind bei einem Newton-Teleskop von Bedeutung. Die beste Optik nützt nicht viel, wenn das Stativ wackelig ist. Bei der Beobachtung mit einer starken Vergrößerung reichen schon minimale Bewegungen am Stativ aus, um das Himmelsobjekt nicht mehr deutlich zu erkennen. Deshalb ist es wichtig, dass das Stativ fest und sicher steht und kein Spiel aufweist.

Bei der Montierung wird zwischen einer azimutalen und einer parallaktischen Montierung unterschieden. Die azimutale Montierung ist recht einfach konstruiert. Sie ermöglichst es, das Teleskop sowohl horizontal als auch vertikal zu schwenken. Da sich die Erde kontinuierlich dreht, muss das Teleskop ständig nachgeführt werden, damit das Himmelsobjekt nicht aus dem Blickfeld verschwindet. Das Newton-Teleskop muss daher immer geringfügig in der Höhe sowie auch horizontal bewegt werden.

Mit einer parallaktischen Montierung gelingt es etwas einfacher. Diese ist so beschaffen, dass die Nachführung nur in eine Richtung erforderlich ist. Noch komfortabler ist ein Nachführmotor. Dann entfällt die manuelle Nachjustierung komplett und der Astronom kann sich auf die Beobachtung konzentrieren.

Nützliches Zubehör für einen Newton-Reflektor

Neben mehreren Okularen mit unterschiedlichen Brennweiten ist ein Sucherfernrohr äußerst praktisch. Mit diesem lassen sich astronomische Objekte sehr viel einfacher aufspüren als mit dem Teleskop selbst. Das Sucherfernrohr wird zuvor exakt justiert, sodass das anvisierte Himmelsobjekt dann auch sofort im Okular des Newton-Teleskops sichtbar ist.

Ein weiteres nützliches Zubehör ist ein Mondfilter. Sollen beispielsweise die Berge oder Krater auf dem Mond beobachtet werden, kann es manchmal zu Blendeffekten führen, weil der Mond oftmals sehr hell erscheint. Der Mondfilter dunkelt das Bild etwas ab, sodass auch bei einem hellen Vollmond noch Details auf der Oberfläche sichtbar sind.