fbpx Skip to main content

Hubble Space Telescope (HST)

Das Hubble Space Telescope, abgekürzt HST, ist ein Weltraumteleskop, das sich seit 1990 im Erdorbit befindet. Benannt ist es nach dem Astronom Edwin Hubble. Der Durchmesser seines Hauptspiegels beträgt 2,4 Meter. Die Signale, die das Teleskop verarbeiten kann, reichen von Infrarotbereich über das für das menschliche Auge sichtbare Licht bis zum Bereich der ultravioletten Strahlung. Betreiber des HST sind die NASA und die ESA, die Europäische Weltraumorganisation, in Gemeinschaftsarbeit. Seine Umlaufzeit um die Erde beträgt 95,4 Minuten, sein Gewicht misst auf der Erde 11,4 Tonnen.

Arbeitsweise des Hubble Space Telescope

Bei einer Länge von 13,4 Metern und einem Durchmesser von 4,3 Metern wirkt es für den Laien vielleicht etwas klein bemessen angesichts der Ausmaße des Universums, die dieses Weltraumteleskop schließlich untersuchen will. Doch sein Leistungsvermögen ist allein mit der Vokabel gigantisch trefflich beschrieben.

Mehrere optische Systeme befinden sich in seinem röhrenförmigen Inneren. Diese erfassen elektromagnetische Strahlung unterschiedlichster Frequenzen in bis dahin nicht möglicher Qualität. Natürlich beherbergt das System auch zahlreiche technische Elemente, die zur Datenverarbeitung und -weiterleitung benötigt werden. Zwei Sonnensegel sorgen für die für den Betrieb nötige elektrische Energie. Die beiden charakteristischen Ausleger, die man von Fotos des HST kennt, sind die zwei Antennen, mittels derer das Teleskop mit der Erde kommuniziert.

Am vorderen Ende befindet sich eine Klappe mit rund 3 Metern Durchmesser, die wie eine Blende bei einem Fotoapparat funktioniert. Diese dient auch dazu, das Teleskop vor zu intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen. Interessant ist, dass die an Bord befindliche Technik, sowohl die Computer als auch die Sonnensegel, im Laufe der Zeit immer wieder ausgetauscht und einem aktuelleren Stand der Technik angepasst wurden. Dies geschieht tatsächlich durch Astronauten von Hand.

Bedeutende Erfolge des Hubble Space Telescope

Durch seine Lage außerhalb der Erdatmosphäre ist das Teleskop in der Lage, Bilder frei von Störungen durch z. B. Luftbewegungen oder die Filterfunktion der Atmosphäre (hinsichtlich ultravioletten oder infraroten Lichts) zu erstellen. Dadurch war es möglich, große Erfolge in vielen Bereichen zu erzielen. Vor allem der Plan, die genaue Entfernung näher gelegener Galaxien zu bestimmen, ging voll auf. Das wiederum soll dabei helfen, die Hubble-Konstante zu bestimmen. Diese ist ein Maß für die Geschwindigkeit der Ausdehnung des Universums.

Weitere bemerkenswerte Erfolge sind der Nachweis der Existenz von Schwarzen Löchern oder die deutlich bessere Einschätzung der sogenannten kosmischen Entfernungsskala.

In den Medien finden die Ergebnisse der Beobachtungen des HST – vor allem die teils märchenhaft anmutenden Bilder von fremden Galaxien und Sternenhaufen – oft riesigen Anklang. Insbesondere die drei Bilder Hubble Deep Field, Hubble Ultra Deep Field und Hubble Extreme Deep Field, die sogar einen eigenen Namen erhielten, erhielten weltweite Beachtung und gingen sozusagen ins Allgemeingut zumindest der gegenwärtigen Menschheit über.

Historie und Zukunft des Hubble Weltraumteleskops

1990 wurde das Hubble Space Telescope vom Space Shuttle Discovery im Erdorbit aus seinem Frachtraum ausgesetzt. Schon bald zeigte sich, dass der Hauptspiegel nicht einwandfrei funktionierte und eigentlich nur unbrauchbares Material lieferte. Es dauerte bis ins Jahr 1993, ehe zunächst das COTAR-Spiegelsystem diesen Fehler korrigieren konnte. Insgesamt vier weitere Wartungsmissionen durch Personal diverser Space Shuttles machten dieses Korrektursystem letztlich überflüssig. Mittlerweile besaßen alle Spiegelsysteme des Hubble Weltraumteleskops eigene Möglichkeiten, die eingehenden Informationen zur Genüge zu korrigieren.

Übrigens ist das HST auch von der Erde aus mit bloßem Auge sichtbar. Es wirkt wie ein Stern, der von West nach Ost zieht. Allerdings ist das nur in Gebieten möglich, die nicht mehr als 45° nördlich oder südlich vom Äquator entfernt liegen und somit nicht im deutschsprachigen Raum.

Mindestens bis ins Jahr 2021 wird das Weltraumteleskop weiter betrieben werden. Dann allerdings könnte das geplante James-Webb-Weltraumteleskop seine Nachfolge antreten. Das HST wird dann voraussichtlich 2024 bei Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühen.