fbpx Skip to main content

Large Binocular Telescope (LBT)

Das Large Binocular Telescope, dessen Abkürzung LBT lautet, ist das zurzeit größte optische Teleskop der Welt. Es befindet sich auf dem Berg „Mount Graham“ im Bundesstaat Arizona der USA. Dort befindet es sich auf 3221 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Errichtet wurde es in den Jahren von 1996 bis 2002. Sein „first light“, also seinen ersten Lichtempfang, erlebte es im Oktober 2005. Besonderes Merkmal von diesem Teleskop ist, dass es aus zwei gleich großen Spiegeln besteht und somit ein Doppelteleskop darstellt. Damit erreicht man – ganz wie bei zweier statt einem Auge – eine deutlich bessere Präzision bei den empfangenen Bildern sowie eine enorm große Auflösung.

Details zum Large Binocular Telescope

Beide Spiegel besitzen einen Durchmesser von 8,4 Metern. Jeder alleine wäre damit schon der zweitgrößte auf dem nordamerikanischen Kontinent, zusammen stellen sie dann das größte Teleskop der Welt dar. Sie befinden sich in einem Abstand von 14,4 Metern, bezogen auf ihren Mittelpunkt. Aufgrund der besonderen verwendeten Technik ist ihre Wirkung einzeln wie die eines herkömmlichen Teleskops mit einem Spiegel von 11,4 Metern Durchmesser, weshalb sie zusammengeschaltet die schier ungeheure Wirkung eines Spiegels mit einem Durchmesser von 22,8 Metern erreichen. Das Gewicht jedes einzelnen Spiegels beträgt enorme 16 Tonnen.

Die Kosten für seine Errichtung beliefen sich auf rund 100 Millionen Euro. Diese übernahmen die USA zu 50 Prozent sowie Deutschland und Italien jeweils zu 25 Prozent, bzw. jeweils dort ansässige Forschungseinrichtungen. Im Falle von Deutschland hat die eigens dafür geschaffene LBT-Beteiligungsgesellschaft die 25 Millionen Euro aufgebracht. Diese besteht aus einem Zusammenschluss von fünf deutschen Forschungsinstituten, die da wären:

  • Landessternwarte Heidelberg-Königsstuhl
  • Max-Planck-Institut für Astronomie, Heidelberg
  • Max-Planck-Institut für Radioastronomie, Bonn
  • Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, Garching
  • Leibniz-Institut für Astrophysik, Potsdam

Durch die Übernahme von 25 Prozent der Bau- und Betriebskosten sicherten sich diese deutschen Institute auch den Zugriff auf ein Viertel der zur Verfügung stehenden Beobachtungszeit.

Bisherige Erfolge des LBT

Insgesamt sieben verschiedene Mess-System sind in das LBT integriert. Die Palette reicht dabei von einer interferometrischen Kamera bis zu einem NIR-Spektroskop. Da das Teleskop immer noch lange nach seiner Inbetriebnahme erweitert wurde, konnte man 2017 den Erfolg feiern, dass seitdem alle drei Observationsinstrumente im binokularen Modus zur Verfügung stehen.

Außerdem erreicht es seit dem Jahr 2010 durch einige Modifikationen einen Strehl-Wert, Maßeinheit für die optische Qualität von Teleskopen, zwischen 60 und 80 Prozent. In einigen ausgewählten Frequenzbereichen ist das Teleskop damit genauer als das Hubble Space Telescope, das sich außerhalb der Erdatmosphäre im Orbit befindet.

Herausragendstes Ergebnis der Messungen des Weltraumteleskops war es, dass es im Jahr 2008 das 7 Milliarden Lichjahre entfernte Galaxien-Cluster 2XMM J083026+524133 entdeckte. Eine ungeheure Leistung, die weltweit große Würdigung und Anerkennung fand.

So erhielt das Large Binocular Telescope auch einigen Raum in der medialen Berichterstattung. Zum Beispiel war es Inhalt von Dokumentationen sowohl des amerikanischen Discovery-Channels als auch des britischen BBC 4-Radioprogramms sowie in TV-Sendungen der BBC.

Sonstiges rund um das Large Binocular Telescope

Interessant ist es auch zu wissen, dass das Teleskop bereit zwei größere Waldbrände in der Region schadlos überstand. Zwar befindet es sich auf der Spitzen eines Berges ohne Flora in unmittelbarer Nähe. Die Emissionen eines Waldbrands könnten ihm aber auch so gefährlich werden.

Seinen Bau begleiteten zudem zahlreiche Proteste. Einerseits kamen diese von Umweltschützern, die teilweise mit ihren Einwänden Erfolg hatten, weshalb sich der Bau über 8 Jahre hinzog. Andererseits waren es hier ansässige Apachen, denen der Berg heilig ist. Doch über beide Parteien setzte man sich schließlich hinweg und erforscht mit dem größten optischen Teleskop der Welt aktiv seit 2005 den Rest des Universums.