fbpx Skip to main content

Southern African Large Telescope (SALT)

Das Southern African Large Telescope, abgekürzt SALT, ist ein großes optisches Teleskop. Seine Lage etwa 400 Kilometer nördlich von Kapstadt hat man ausgewählt, weil sich dort einer der dunkelsten Orte der Erde befindet. Genauer gesagt hat man das Teleskop auf den rund 1.700 Meter hohen Roggeveldbergen errichtet. Diese wiederum sind Teil der Karoo-Hochebene in Südafrika. Der Hauptspiegel des Southern African Large Telescope besitzt einen Durchmesser von annähernd 11 Metern. Allerdings ist die gesamte Anlage sehr kostengünstig errichtet worden. Die Baukosten für das Gebäude selbst beliefen sich auf gerade einmal 20 Millionen US-Dollar, samt weiterer inkludierter Technik kam man dennoch nur auf 36 Millionen US-Dollar, die schon den Unterhalt und Betrieb für die ersten 10 Jahre seiner Existenz beinhalteten.

Deshalb wird auch nicht der Spiegel während einer Beobachtungsphase bewegt, sondern ein darin befindlicher Tracker. Der Betreiber von diesem Teleskop ist das South African Astronomical Observatory. Daran beteiligt sind Forschungsinstitute aus zahlreichen Ländern wie natürlich Südafrika selbst, aber auch Deutschland, Polen, Großbritannien oder Indien.

Technische Details zum Teleskop

Errichtet wurde es im Jahr 2005, seitdem dient es dazu, von einem der dunkelsten Orte der Erde aus den Weltraum zu beobachten. Dies erfolgt allerdings ohne, dass der Spiegel neigbar wäre. Sein fester Höhenwinkel befindet sich auf 37° eingestellt. Beweglich ist der Spiegel bzw. das Teleskop nur im sogenannten Azimut. Dennoch liefert das Southern African Large Telescope seit seiner Inbetriebnahme äußerst wertvolle Erkenntnisse im Bereich der Astronomie und Astrophysik. Es ist zudem das größte optische Teleskop auf der gesamten südlichen Hemisphäre. Die von ihm erfasste Wellenlänge bewegt sich im Spektrum zwischen 320 und 1.700 Nanometern.

Sein first light, also die erste Belichtung seiner Messinstrumente mit Strahlung aus dem All, erlebt das SALT am 1. September 2005. Offiziell eröffnet wurde das Teleskop dann einige Wochen später durch den damaligen südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki. Allerdings wies das Teleskop zunächst dauerhaft Probleme mit der Bildqualität auf, die erst im Jahr 2010 vollständig behoben werden konnten. Der Hauptspiegel von diesem Teleskop besteht aus 91 einzelnen, hexagonalen Segmenten.

Beteiligungen an diesem Teleskop

Verschiedene Forschungseinrichtungen besitzen unterschiedliche Teleskope in dieser Anlage des Southern African Large Telescope. So unterhält die University of Birmingham hier ein Teleskop, das einzig dazu dient, die Sonne zu beobachten. Korea und Japan sind jeweils ebenfalls mit eigenen Teleskopen innerhalb der Anlage vertreten und Südafrika selbst betreibt hier gleich fünf weitere Teleskope. Die Liste der beteiligten Institute würde hier den Rahmen sprengen. Aus diesem Grund erfolgt hier nur eine kleine Auswahl der Vielzahl der involvierten Forschungseinrichtungen. Als da wären:

  • Georg-August-Universität Göttingen
  • Hobby-Eberly-Telescope Board
  • United Kingdom SALT Consortium (mit insgesamt sechs verschiedenen Universitäten)
  • University of Canterbury (Neuseeland)
  • National Research Foundation of South Africa

Die Empfindlichkeit der Messgeräte von diesem Teleskop ist derart hoch, dass es Wissenschaftlern erlaubt, Lichtquellen zu detektieren und zu verfolgen, die eine Milliarde mal dunkler sind als das, was mit dem menschlichen Auge wahrnehmbar ist.

Wichtige Erfolge des Southern African Large Telescope

Seine gesamte Ausrichtung ist dergestalt, dass es Wellenlängen erfassen kann, die bei anderen optischen Teleskopen nicht zur Verfügung stehen. So können hier auch sich sehr rapide ändernde Sternkonstellationen erfasst und verfolgt werden, nicht zuletzt wegen der Fähigkeit des SALT, sehr schnell aufeinander folgende Bildsequenzen zu erfassen. Damit und mit der dadurch möglichen Beobachtung von Gas-Ansaugungen rund um kompakte Sterne konnten auch erstmals Schwarze Löcher beobachtet werden – oder zumindest ihre Umgebung, wo die Wissenschaft solche vermutete.

Zudem geht die Entdeckung von sogenannten „polaren“ Sternen, die man auch als Zwillingssterne beschreibt, auf die Beobachtungen von diesem Teleskop zurück. Diese umkreisen sich teilweise in wahnwitzigen Geschwindigkeiten, was wiederum nur durch die technischen Eigenschaften des SALT beobachtbar wurde.