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Spitzer Space Telescope (SST)

Das Spitzer Space Telescope (SST) ist ein Weltraumteleskop, das ausschließlich Infrarotstrahlung misst. Benannt ist es nach dem Astrophysiker Lyman Spitzer. Gestartet wurde das Teleskop im August 2003, seitdem zieht es seine Bahnen auf etwa 570 Kilometern Höhe im Erdorbit. Allerdings bewegt es sich auf einer heliozentrischen Bahn und ist damit kein Satellit der Erde. Zusammen mit den drei weiteren Weltraumteleskopen Hubble, Chandra X-Ray Observatory und Compton Gamma Ray Observatory bildet das Spitzer Space Telescope das Great Observatory Program der NASA. Mitte 2009 endete die ursprüngliche Hauptmission des Teleskops. Seitdem ist das Kühlmittel aufgebraucht, dass die Sensoren auf 2 Grad Kelvin herabkühlte. Allerdings können weiter die kurzwelligen Kanäle der Infrarotkamera zu Beobachtungen genutzt werden.

Ausschnitt der Erfolge des Teleskops

Die Baukosten und der Transport in den Orbit beliefen sich auf 720 Millionen US-Dollar. Das abgedeckte Spektrum der Infrarotstrahlung liegt zwischen 3 und 180 µm. Mit seinen Beobachtungen trägt das Weltraumteleskop entscheidend dazu bei, die Erkenntnisse der Astrophysik zu erweitern. So gehört die Beobachtung von Braunen Zwergen ebenso zu seinen Aufgaben wie jene von Infrarotgalaxien oder Vorgänge aus der frühen Zeit des Universums. Da die Erdatmosphäre weitgehend verhindert, dass Infrarotstrahlung aus dem All gemessen werden kann, ist seine Position außerhalb der Atmosphäre von großem Wert für die Wissenschaft. Die bisher erreichten Erfolge können sich dabei mehr als sehen lassen.

Die Liste dieser Erfolge ist überaus umfangreich, weshalb hier nur eine Auswahl der größten Erfolge des Spitzer Space Telescope aufgeführt werden kann.

  • Herbst 2005: erlangte man ein erstes Bild von Galaxien im frühen Universum
  • Mai 2007: Zahlreiche Zwerggalaxien wurden durch das Teleskop ausfindig gemacht
  • Juli 2007: Wasserdampf wurde auf einem beobachteten Planeten identifiziert
  • Oktober 2009: ein extrem dünner Eisring um den Saturn wurde entdeckt
  • Juli 2010: erstmalige Entdeckung sogenannter Fullerene

Die Liste könnte noch sehr lang fortgeführt werden. In jedem Fall ist die Zahl der neuen Entdeckungen und Ergebnisse durch das Weltraumteleskop riesig, was die beteiligten Wissenschaftler außerordentlich begeistert.

Das Weltraumteleskop und seine technische Ausstattung

Die Maße des Hauptspiegels des Spitzer Space Telescope klingen mit 0,85 Metern überschaubar. Seine Leistungsfähigkeit sollte deswegen aber nicht angezweifelt werden. Diese hat das Spitzer Weltraumteleskop (siehe oben) eindringlich unter Beweis gestellt.

Die an Bord befindlichen wichtigsten Instrumente bestehen aus drei verschiedenen Einrichtungen. Da wäre zum ersten die Infrared Array Camera, die aus vier einzelnen Kameras besteht. Dann wäre da der Infrared Spectograph, der ebenfalls über vier Untermodule verfügt. Dritter im Bunde ist das MIPS, das Multiband Imaging Photometer for Spitzer.

Natürlich hat man etliche Vorkehrungen getroffen, um nicht erwünschte Wärmestrahlung auf den Detektoren zu verhindern. Dafür wurde das gesamte Teleskop bis nahezu zum absoluten Nullpunkt heruntergekühlt. Dass im Jahr 2009 die dafür nötigen Kühlmittel erschöpft waren, war so eingeplant. Nach der zuvor durchgeführten cold mission folgte nun der Teil der warm mission. Diese zweite Phase ist inzwischen ausgelaufen. Aktuell befindet man sich in der beyond phase, in der immer noch wertvolle Informationen gewonnen werden. Allerdings wird auch diese, siehe unten, im Jahr 2020 enden.

Trivia und Zukunft des SST

Der Name für das Teleskop wurde übrigens nicht vom Betreiber selbst vergeben, sondern ein einer öffentlichen Umfrage ermittelt. Die Mehrheit entschied sich für Lyman Spitzer als Namenspaten, der als die treibende Kraft bei der Einführung von Weltraumteleskopen gilt.

Die geplante Abschaltung des Spitzer Space Telescope soll am 30. Januar 2020 erfolgen. Damit hätte das Teleskop starke siebzehn Jahre im Dienst der Wissenschaft Daten erhoben. Danach wird es langsam in die Erdatmosphäre absteigen und dabei verglühen. Angesichts der ursprünglich geplanten Lebenszeit von lediglich zwischen 2,5 und 5 Jahren wären diese siebzehn Jahre Betriebszeit ein enormer Wert und ein großer Erfolg der NASA.