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Dobson-Teleskope

Möchte man sich ein großes, leistungsfähiges und leicht zu bedienendes Teleskop zulegen, ohne einen astronomischen Preis dafür zu bezahlen, könnte das so genannte Dobson-Teleskop die Lösung sein. Mit etwas praktischem Geschick kann jeder das von einem Amateurastronomen entwickelte Teleskop aus Standardmaterialien an einem Wochenende selbst bauen. Außerdem bietet die Konstruktion eine Menge Gestaltungsspielraum, sodass es sich mit den jeweils vorhandenen Materialien bauen lässt. Man braucht dazu bloß ein paar handwerkliche Fähigkeiten.

Bestandteile eines Dobson-Teleskops

Ein Dobson-Teleskop zeichnet sich durch verschiedene spezifische Merkmale aus. Die Optik ist die eines standardmäßigen Newtonschen Spiegelsystems. Das herkömmliche Dobson-Teleskop besteht aus einer Röhre aus fester Pappe oder Holz. Damit sich die Röhre auf- und abwärts schwenken lässt, befinden sich an ihrem Gehäuse zwei große Ringe, die beidseitig auf U- oder V-förmigen Gabeln ruhen und die ihrerseits an einem Drehgehäuse angebracht sind. Das Drehgehäuse ist durch eine in der Mitte sitzende Achse mit einer Bodenplatte verbunden, sodass es sich seitwärts drehen lässt.

Ein ganz wesentlicher Bestandteil eines gut funktionierenden Teleskops ist Teflon, ein Material mit geringer Reibung, das im einschlägigen Fachhandel erhältlich ist. Die Schwenkringe ruhen in den beiden Gabeln auf Teflonunterlagen, drei weitere Teflonunterlagen befinden sich auf der Bodenplatte für das Drehgehäuse. Idealerweise sollte die Unterseite des Gehäuses mit Laminat oder einem anderen glatten und weichen Material beschichtet sein.

Mit Teflon lässt sich genau die richtige Reibung zwischen zwei Oberflächen erzielen. Zu viel Reibung führt dazu, dass sich das Teleskop nur schwer drehen lässt, vor allem, wenn man ein Objekt verfolgt, das sich langsam über dem Himmel bewegt. Wendet man zu viel Druck an, springt das Objekt durch den abrupten Positionswechsel des Teleskops aus dem Blickfeld. Andererseits verursacht zu wenig Reibung schon beim kleinsten Anstoß ein verrutschtes Blickfeld.

Individuelle Dobson-Teleskope

Keine zwei Dobson-Teleskope sind identisch, da ihre Erbauer jeweils die Materialien verwenden, die sie vorfinden, und obendrein ihre ganz persönliche Note anbringen. Einige komplizierte Bauteile, wie etwa die Okularfokussierung, können gekauft werden. Häufig wird eine viereckige Röhre aus Holz gebaut, anstatt eine aus Pappe zu kaufen, zumal Pappröhren oft nur schwer zu bekommen sind. Die Röhre sollte etwa fünf Zentimeter größer sein als der Durchmesser des Spiegels, sodass man einerseits ein angemessenes Sichtfeld hat, andererseits aber verhindert wird, dass Luftströme in die Röhre gelangen, die die Qualität des Bildes beeinträchtigen können. Im Allgemeinen verblüfft die Leistungsfähigkeit eines Dobson-Teleskops jeden Astronomen bei der ersten Benutzung. Die kontrastreichen Bilder vom Mond und von den Planeten und die klaren Bilder von Objekten aus der Tiefe des Weltraums übertreffen alle Erwartungen, die man an ein so preisgünstiges und unkompliziertes Instrument eigentlich stellt.

Doch hat die Leistungsfähigkeit der Dobson-Teleskope auch ihre Einschränkungen. Am besten kommen sie zur Geltung, wenn sie mit relativ geringen Vergrößerungen, also unter 150fach, benutzt werden, da bei stärkeren Vergrößerungen auch die Bewegung der Himmelskörper vergrößert wird. Das bedeutet, dass man das Teleskop ständig nachführen muss, um der Bewegung zu folgen. Ein gutes Dobson-Teleskop zeichnet sich dadurch aus, dass sich mit ihm ohne Schwierigkeiten Planeten über den Himmel hinweg verfolgen lassen.

John Dobson baute seine ersten Teleskope ohne einen einzigen Cent. Als Mönch besaß er kein Geld. Aber er bewies, dass es durchaus möglich ist, mit nur sehr geringen finanziellen Mitteln ein Hochleistungs-Teleskop zu bauen. Der Bau von Dobson-Teleskopen hat inzwischen fast schon Kultstatus erreicht, da sich Tausende von Besitzern in Clubs und im Internet engagieren.

Perspektiven

Ein größerer Nachteil der Grundkonzeption des Dobson-Teleskops besteht darin, dass sie ausschließlich für die optische Beobachtung vorgesehen ist, besonders bei geringen Vergrößerungen. Begeisterte Anhänger der Astrofotografie geben sich aber nicht damit zufrieden einfach nur zu schauen. Sie wollen vielmehr festhalten, was sie sehen. Die einfachste Möglichkeit, durch ein Dobson-Teleskop zu fotografieren, ist eine Kamera an das Okular zu halten und einfach einen Schnappschuss zu machen. Man bezeichnet dies als afokale oder brennpunktlose Fotografiertechnik.

Man sollte ein Stativ benutzen, um der Kamera einen festen Stand zu geben. Doch die Kameralinse mit dem Okular in eine Linse zu bringen, kann sich als problematisch erweisen. Eine normale Kompaktkamera reicht im Allgemeinen aus. Allerdings kann man nicht sehen, was die Kamera aufnimmt. Besser geeignet ist eine einäugige Spiegelreflexkamera, da man durch sie beobachtet, was auch die Kamera sieht.