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Kinderteleskop – Was ist ein Kinderteleskop und was ist bei der Auswahl zu beachten?

Am Anfang Begeisterung am Ende Frust. Um das zu verhindern, sollten beim Kauf eines Kinderteleskops mehrere grundsätzliche Dinge beachtet werden. Nachfolgend finden sich daher einerseits ausgewählte Teleskope, die sich für Kinder eignen, und andererseite nützliche Tipps und Infos für die Auswahl des passenden Teleskops.

Ausgewählte Dobson-Teleskope für Kinder

Ausgewählte Linsenteleskope für Kinder

Ausgewählte Spiegelteleskope für Kinder

Wichtigste Voraussetzung damit Kinder dauerhaft Freude an der Himmelsbeobachtung haben, ist das richtige Alter. Ab einem Alter von 10 Jahren kann davon ausgegangen werden, dass der Sprössling mit einem Teleskop einigermaßen sachgemäß umgehen kann. Kinder unter sieben Jahren können erfahrungsgemäß die Bilder im Okular noch nicht deutlich erkennen. Sie nehmen diese in der Regel nur unscharf und verschwommen wahr. Mit 10 bis 12 Jahren ist die Entwicklung des kindlichen Sehvermögens vollständig abgeschlossen, sodass die Bilder im Okular genügend scharf gestellt werden können. In diesem Alter haben Kinder auch bereits erste schulische Erfahrungen mit naturwissenschaftlichen Themen gemacht, was vielleicht auch ihr Interesse an Astronomie und Teleskopen geweckt hat. Spätestens jetzt wird das Kind den Wunsch äußern, ein Teleskop zu besitzen. Dabei sollte das Kind aber auch wissen, was es am Sternenhimmel sieht. Eine Sternenkarte wäre da von großem Nutzen. Anhand der Karte können die einzelnen Sterne bestimmt werden. Das macht die Beobachtung doppelt so interessant.

Teleskop ist nicht gleich Teleskop

Die Frage, welches Teleskop für Kinder das richtige ist, lässt sich nicht so einfach beantworten. Nur eines ist klar: Von sog. Kaufhausteleskopen, auch wenn diese unschlagbar günstig sind, sollte man die Finger lassen. Bei diesen Modellen ist die Stabilität von Stativ und Montierung oft ungenügend, was mit nervigen Schwingungen der gesamten Apparatur verbunden ist. Zu starke Schwingungen erschweren sowohl Nachführung als auch Feineinstellung, wodurch jede Himmelsbeobachtung zum Geduldspiel wird. Das Erkennen feinerer Details wird fast unmöglich. Auch zu viel Plastik bei der Verarbeitung der Geräte ist nicht von Vorteil. Geräte in Aluminiumausführung haben eine höhere Lebensdauer als solche in Plastik und sind auch wesentlich solider. Das Kind wird nicht lange Freude an einem vielleicht günstigen aber minderwertigen Teleskop haben und schnell wieder das Interesse an dem neuen Hobby verlieren. Wer seinem Kind also ein Teleskop kaufen und gleichzeitig die aufkeimende, kindliche Begeisterung für die Sternenbeobachtung erhalten und fördern will, sollte auf qualitativ hochwertige Teleskope setzen.

Was zeichnet ein gutes Teleskop aus?

Qualitativ hochwertige Einsteigerteleskope sind teuer aber nicht unbezahlbar. Ein brauchbares Teleskop für Einsteiger ist ab etwa 400 €, erhältlich, allerdings noch kein Markengerät. Diese sind ab ca. 700 € erhältlich. Nach oben sind dann keine Grenzen gesetzt. Die Preisunterschiede resultieren vor allem aus qualitativ höherwertigen Montierungen aber auch aus Anzahl und Qualität der Okulare. Gute Markengeräte der Mittelklasse kosten bereits um die 1.500 €, Geräte in Komplettausstattung bereits um die 4.000 Euro. Ob man soviel für ein Kinderteleskop ausgeben will, sei dahingestellt. Zu bedenken ist aber auch, je teurer das Teleskop in der Anschaffung, desto höher ist auch der Wiederverkaufswert, falls die Investition sich später als Fehlentscheidung erweist. Ist die Budgetfrage geklärt, sollte beim Kauf auf folgende Teleskopmerkmale geachtet werden:

Objektiv: Für die optische Leistung ist der Objektivdurchmesser von entscheidender Bedeutung. Je größer der Durchmesser, desto mehr Licht wird gesammelt und auch sehr schwache Objekte können erkannt werden. Von der Objektivgröße ist auch das Auflösungsvermögen (Detailschärfe) abhängig. Dabei gilt, je größer das Objektiv, desto feiner die Auflösung. Weiterer wichtiger Bestandteil der Teleskopoptik ist die Brennweite des Objektivs. Aus dem Verhältnis von Objektivdurchmesser und Brennweite ergibt sich das Öffnungsverhältnis (vergleichbar mit der Blende von Fotoapparaten), was wiederum für das Gesichtsfeld bestimmend ist. Das Gesichtsfeld ist bei kürzerer Brennweite aus technischen Gründen kleiner. Man sieht weniger. Im Vergleich zwei Teleskope mit gleicher Öffnung:

  • lange Brennweite bedeutet kleineres Gesichtsfeld, was aber noch eine gute Beobachtung von Mond, Planeten und Doppelsternen ermöglicht
  • kurze Brennweite bedeutet größeres Gesichtsfeld, was eine gute Beobachtung z. B. von Sternhaufen ermöglicht

Beim Kauf eines geeigneten Kindertelekops ist auch zu berücksichtigen, das eine kurze Brennweite in der Regel auch eine kurze Baulänge des Teleskops mit sich bringt, was sich auf das Gewicht auswirkt. Geringeres Gewicht heißt bessere Transportfähigkeit und einfachere Handhabung, Eigenschaften die bei Kinderteleskopen nicht ganz ohne Bedeutung sind. Doch Teleskope mit optischen Konstruktionen zur Korrektur von auftretenden Bildfehler bei lichtstarken Optiken, bedingen eine kompaktere, aufwendigere Bauweise. Daraus folgt: Objektive mit kurzer Brennweite sind entweder teuer oder schlecht.

Okular: Dieser Teil der Optik ist von großer Bedeutung für die Vergrößerung. Je höher die Vergrößerung, desto mehr Details sind zu erkennen. Dabei ist aber zu beachten, dass ab einer gewissen Maximalvergrößerung, wieder ein gegenteiliger Effekt erzielt wird. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, das eine maximal noch sinnvolle Vergrößerung mit dem doppelten Objektivdurchmesser in Millimeter erreicht wird. Darüber treten physikalisch bedingte Beugungsunschärfen auf, wodurch sich die Bildqualität wieder deutlich verschlechtert. Das Bild wird insgesamt dunkler. Mit einer 60-100-fachen Vergrößerung sind am Himmel bereits feine Details auf der Sonne, dem Mond und den Planeten zu erkennen. Auch Einzelsterne hellerer Kugelsternhaufen sind noch gut zu sehen. Bei einer 200fachen Vergrößerung lassen auch lichtschwache Objekte wie Nebel, Galaxien beobachten. Jenseits einer 200-fachen Vergrößerung kommt das sog. Seeing (Luftunruhe) ins Spiel. Das sind allgegenwärtige Turbulenzen der unteren Erdatmosphäre, die äußerst störend beim Erkennen von Himmelsobjekten wirken. Sie sind z. B. die Ursache für flimmernde Sterne. Kommt dann noch ein wackliges Stativ hinzu, macht die Beobachtung von Himmelskörpern bald keinen Spaß mehr und das Kinderteleskop landet wahrscheinlich schnell in der Ecke.

Montierung

Bei billigeren Geräten wird oft bei Stativ und Montierung zugunsten der Optik gespart. Doch gibt auch die beste Optik nur das her, was die Stabilität der Montierung zulässt. Eine schwingungsanfällige Montierung erschwert die Scharfstellung und das Erkennen feinster Details. Eine entsprechende Fokussierung wird insbesondere bei starken Vergrößerungen aufgrund der auftretenden Schwingungen wesentlich erschwert wenn nicht sogar unmöglich. Also beim Kauf auf ein stabiles Stativ und eine gute Montierung achten.

Teleskop-Zubehör

Dazu zählen z. B. verschiedene Prismen, Filter, Sucher, Fotoadapter, etc. Das sind aber Teile, die bei einem Einsteigerteleskop sukzessive angeschafft werden können.
Linsenteleskop oder Spiegelteleskop?

Eine weitere Frage, die es beim Kauf von einem Kinderteleskop zu klären gilt, ist ob ein Linsenteleskop (Refraktor) oder ein Spiegelteleskop (Reflektor) bevorzugt wird. Beide Bauarten haben ihre Vorteile und ihre Nachteile:

Linsenteleskop: Refraktoren liefern selbst bei hoher Vergrößerung noch scharfe und kontrastreiche Bilder. Für Planeten-, Sonnen- und Doppelsternbeobachtungen, die eine besonders hohe Bildqualität verlangen, sind sie deshalb hervorragend geeignet. Bei dieser Bauart kommt keine Obstruktion wie bei Reflektoren vor (siehe dort). Des Weiteren ist bei Linsenteleskopen fast nie eine Justierung nötig, was der natürlichen Ungeduld von Kindern entgegenkommt. Leider macht die chromatische Aberration, ein Abbildungsfehler optischer Linsen, den Besitzern solcher Teleskope oft einen Strich durch die Rechnung. Der Fehler entsteht dadurch das Licht unterschiedlicher Wellenlänge oder Farbe verschieden stark gebrochen wird. Durch entsprechende Konstruktionen und/oder höherwertigere Glassorten kann der Fehler optisch zwar teilweise oder fast vollständig behoben werden. Doch das verteuert die Anschaffung von einem Linsenteleskop erheblich. Optische Linsen müssen im Gegensatz zu Spiegeln auch durch Vergütung entspiegelt werden, da ansonsten störende Reflexe auftreten können. Das macht ihre Herstellung aber teurer.

Spiegelteleskop: Reflektoren haben den Vorteil, das keine Farbfehler (chromatische Aberration) wie bei Refraktoren auftreten. Die Geräte sind auch einfacher, zu handhaben, was bei einem Kinderteleskop sicher von Vorteil ist. Nachteile sind bestimmte Beugungserscheinungen (Strahlenbildung um helle Sterne) und die lästige Obstruktion. Damit ist die Einengung des verfügbaren Lichtwegs innerhalb des Teleskops gemeint. Die Folge ist eine Verschlechterung der Lichtsammelfähigkeit. Der Fangspiegel im Strahlengang des Reflektors beeinträchtigt die Lichtsammelfähigkeit und verringert sowohl Helligkeit als auch Kontrast. Weitere eher kleinere Nachteile kann man vernachlässigen: Die Geräte der Bauart Spiegelteleskop erfordern eine regelmäßige Justage der Spiegel und sind in größerer Ausführung relativ schwer, was sich auf die Mobilität auswirkt. Für Hobbyastronomen, die nur von einem festen Standort, z. B. von zu Hause aus den Himmel beobachten wollen, ist das kein Nachteil.

Für die Wahl ob Linsenteleskop (Refraktoren) oder Spiegelteleskop (Reflektoren), kann folgende Entscheidungshilfe verwendet werden: Spiegelteleskope sind fast immer leistungsstärker als gleichteure Linsenteleskope!

Kinderteleskop Kaufberatung