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Mars

Im Laufe der Geschichte wurde der Rote Planet mit vielen Namen versehen. So wurde er bei den Babyloniern Nergal genannt, bei den Hindus Mangala und bei den Ägyptern Har Decher. Von den Römern erhielt er, aufgrund seiner markanten, blutroten Farbe, den Namen des Kriegsgotts Mars.
Mars ist von der Sonne aus der vierte Planet und damit ein unmittelbarer Nachbar der Erde. Dennoch ist er fast 228 Millionen Kilometer von ihr entfernt und weißt sehr kalte Temperaturen auf.

Der Aufbau des Planeten Mars

Mit einem Durchmesser von 6.779 km ist Mars nach Merkur der zweitkleinste Planet des Sonnensystems. Dennoch ist seine Oberfläche beinahe identisch mit der Landmasse der Erde, da der Rote Planet nicht von Wasser bedeckt ist. Die Kruste des Planeten besteht aus einer stark eisenhaltigen Fels- und Sandschichte, die ihm durch Oxydation sein rotes Aussehen verleiht. Der Planet beherbergt einige der größten Sanddünen unseres Sonnensystems und außerdem die tiefste und längste Schlucht. Wasser gibt es lediglich in Form von vereisten Polkappen und Permafrost. Allerdings ist auch dort nur ein kleiner Teil Wassereis. Der Großteil besteht aus gefrorenem Kohlendioxid. Erosionsvorgänge gehen auf dem Mars nur langsam vor sich und so sind viele milliardenalte Formationen und Strukturen noch nahezu im Originalzustand erhalten. Der Kern des Planeten besteht aus einem Gemisch aus Eisen, Nickel und Schwefel und der Mantel um den Kern herum aus Silikatgestein.
Die südliche Hemisphäre des Planeten ist von Bergen und felsigem Grund geprägt. Die nördliche Hemisphäre hingegen ist eine der flachsten Planetenoberflächen des Sonnensystems. Auch ist die Kruste dort viel dünner als auf der gegenüberliegenden Seite. Zu diesem Phänomen gibt es bis jetzt lediglich Theorien. Eine Möglichkeit ist ein Asteroideneinschlag. Manche gehen aber auch davon aus, dass einst ein Ozean diesen Teil des Planeten bedeckte.

Die Umlaufbahn des Mars

Der Mars bewegt sich fast simultan mit der Erde um seine eigene Achse. Für eine Drehung benötigt er 24,6 Stunden. Seine Achse ist allerdings stärker geneigt und während er trotzdem vier Jahreszeiten hat, sind manche von diesen länger, als andere. Dies liegt außerdem an der ovalen Bahn, die er um die Sonne zieht. Da er auch sich in größeren Bahnen um die Sonne bewegt, dauert ein Jahr auf dem Mars 687 Erdentage, was 669,6 Marstagen, genannt Sols, entspricht..

Die Atmosphäre des Mars

Die Höchsttemperaturen, die der Planet im Sommer erreicht, liegen bei 27 °C und die niedrigsten Temperaturen bei –133 °C. Die Durchschnittstemperatur beträgt −55 °C. Aufgrund dieser immerwährend tiefen Temperaturen taut das Eis an den Polkappen nie auf.
Auf der Oberfläche des Planeten kommt es oft zu Sandstürmen, die sich mit der Zeit in kleine Tornados verwandeln können. Auch Wolken aus gefrorenem Kohlendioxid bilden sich hin und wieder in etwa 80 km Höhe über dem Planeten.
Die Atmosphäre des Planeten besteht zu 96 % aus Kohlenstoff und nur etwa 0,1 % Sauerstoff. Die Gravitationskraft ist im Vergleich mit der Erde um 62 % geringer. Da die Atmosphäre sehr dünn ist, erscheinen Sonnenaufgänge auf des Mars nicht rot, sondern blau.

Die Monde Phobos und Deimo

Um den Planeten herum kreisen zwei Monde: Phobos und Deimos. Beide sind um ein Vielfaches kleiner, als unser Mond, allerdings befinden sie sich auch in kürzerer Entfernung zu dem Planeten. Weil die Monde nicht groß genug sind, um Mars genügend Stabilität zu verleihen, variiert die Achsenneigung stark, was sich jedoch nur im Laufe mehrerer Millionen Jahre bemerkbar macht. Phobos, welcher dem Planeten näher ist, braucht für eine Umrundung nur sieben Stunden. Berechnungen haben ergeben, dass er irgendwann mit dem Planeten kollidieren wird, was in der Bildung eines Ringes aus Staub um den Planeten herum resultieren könnte.
Woher die zwei Monde kommen ist nicht gewiss. Aufgrund ihrer Struktur wird oft angenommen, dass es sich um eingefangene Asteroiden handelt. Allerdings wäre es auch möglich, dass sie wie Mars selber entstanden sind. Dagegen spricht allerdings ihr Aufbau. Auch der Einschlag eines Körpers, dessen Material von Mars abgestoßen wurde, wird in Betracht gezogen.

Die Geschichte des Planeten

Vor 4,5 Milliarden Jahren entstand der Planet Mars aus einem Gas- und Staubgemisch. 500 Millionen Jahre später verfestigte sich die Kruste des Planeten. Die Atmosphäre war damals dichter und ein magnetisches Feld schützte den Planeten vorerst noch vor Meteoriteneinschlägen. Trotzdem war er in dieser Phase vielen Asteroiden ausgesetzt, wie zahlreiche Einschlagskrater beweisen. Bis vor 15 Millionen Jahren war der Planet weitaus wärmer und auch aktiver. Damals war auch der Olympus Mons (höchster Vulkan des Sonnensystems) noch aktiv. Außerdem ist es wahrscheinlich, dass es Flüsse und Seen gab. Auch riesige Geysire müssen damals Wasser aus der Erde gesprüht haben. Erst vor ungefähr 15 Millionen Jahren, als bei uns das Ende der Dinosaurier hereinbrach, wurde es auf dem Mars ruhiger und die Vulkane erloschen. Olympus Mons brach vermutlich das letzte Mal vor 2 Millionen Jahren aus.

Der Mars in der Forschung

Der Rote Planet nimmt in der Forschung einen besonderen Stellenwert ein. Schon immer auffällig wegen seiner Farbe, reicht die Geschichte seiner Beobachtung mindesten bis in die Zeit der ägyptischen Hochkultur zurück.
Auch heute ist er noch Subjekt mehrerer Forschungen. Seit den 1960ern gab es verschiedene Marsmissionen. Er wird von mehreren Raumschiffen umkreist und derzeit befinden sich zwei Roboter auf seiner Oberfläche, um Informationen zu sammeln.
Besonders aufsehenerregend war 1976 ein, von der Raumsonde Viking 1 Orbiter aufgenommenes, Bild von einem Gesicht in der Bodenstruktur. Auf einem späteren Bild wird allerdings erkennbar, dass es sich lediglich um einen erodierten Felsen handelt, der bei bestimmten Lichtverhältnissen einem menschlichen Gesicht gleicht.
Von besonderem Interesse ist der Planet heute, da er einst scheinbar Wasser geführt hatte. Damit wäre es möglich, dass sich Leben auf seiner Oberfläche gebildet und sich vielleicht sogar bis heute erhalten hatte. Eine weitere Möglichkeit, die von vielen Forschern in Betracht gezogen wird, ist, dass sich unterirdisch Wasser gesammelt haben könnte. Kommende Missionen sollen sich hauptsächlich mit diesen Theorien auseinandersetzen. Viele der geplanten Mars-Missionen zielen außerdem darauf ab, den Planeten mit Menschen zu bevölkern. Trotz der lebensfeindlichen Bedingungen will man bis ins Jahr 2030 Kolonien auf dem Mars gründen. Ein Plan besteht darin, absichtlich einen Klimawandel herbeizuführen, um den Planeten bewohnbar zu machen. Nach nur hundert Jahren soll er schon geeignete Bedingungen bieten.