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Merkur

Einige Fakten zum Merkur im Überblick

  • Diesen Planeten kann man auch mit freiem Auge beobachten. Die beste Zeit stellen hierfür die Morgen- und die Abenddämmerung dar. Nachts hingegen ist er nie zu sehen.
  • Merkur hat keine Monde und die zweithöchste Dichte nach der Erde.
  • Merkur hat seinen Platz nah an der Sonne und ist der kleinste der acht Planeten.
  • Im Gegensatz zu vielen anderen Planeten gibt es auf Merkur keine Jahreszeiten, da er sich fast ganz aufrecht um die Sonne dreht. Die Neigung seiner Drehachse in Bezug zur Umlaufbahn um die Sonne beträgt lediglich 2 Grad.
  • Auf diesem Planeten könnten keine Lebewesen überleben. Aufgrund der dünnen Atmosphäre bleiben für uns Menschen schädliche Anteile der Sonnenstrahlen ungefiltert. Merkur ist lediglich mit einer dünnen Exosphäre ausgestattet, welche aus Helium, Sauerstoff, Wasserstoff, Natrium und Kalium besteht.
  • Außerdem ist die Oberfläche des Merkur den stärksten Temperaturschwankungen ausgesetzt. Auf der Tagseite des Planeten herrschen aufgrund der Nähe zur Sonne Temperaturen von bis zu 430° Celsius. Während es tagsüber dort so heiß ist, wird es in der Nacht eisig kalt. Die Temperaturen sinken dann auf -173° Celsius. Auch dies könnte kein Lebewesen je aushalten.
  • Um Merkur aus der Nähe beobachten zu können, müssen Raumsonden ausgesandt werden. Sie liefern Messungen, Fotos und andere Informationen.
  • Aufgrund der ähnlichen Maße und seiner chemischen Zusammensetzung wird Merkur den erdähnlichen Planeten zugeordnet.

Entstehung und Beschaffenheit

Merkur entstand vor ungefähr 4,5 Milliarden Jahren, indem umherwirbelndes Gas und Staub von der Schwerkraft vereint wurden. Im Inneren des Planeten befindet sich einen metallischen Kern, welcher Hinweisen zufolge geschmolzen oder flüssig sei und 85 Prozent des Planetenradius einnimmt. Merkur wird außerdem von einem felsigen Mantel und einer festen Kruste umhüllt.

Der Merkur gleicht unserem Mond ungemein, denn er sieht ebenso felsig und zerlöchert aus. Beide Himmelskörper besitzen weder eine Lufthülle noch Pflanzen oder Tiere. Vulkane und Ozeane wird man dort ebenfalls nicht finden. Auf dem Merkur gibt es weder Wind noch Regen, sodass die Krater zahlreicher Meteoriteneinschläge auch nach Millionen von Jahren noch gut auf seiner Oberfläche zu sehen sind. Diese Krater sind interessanterweise nach berühmten verstorbenen Künstlern, Musikern und Autoren benannt. Darunter befinden sich beispielsweise:

  • Johann Sebastian Bach
  • Ludwig van Beethoven
  • Charles Dickens
  • Paul Gauguin
  • Johann Wolfgang von Goethe
  • Gotthold Ephraim Lessing
  • Franz Liszt
  • Mark Twain
  • Wolfgang Amadeus Mozart
  • William Shakespeare
  • Vincent van Gogh
  • Peter Paul Rubens und zahlreiche andere bekannte Persönlichkeiten.

Am Nord- und Südpol des Merkurs kann sich in tiefen, permanent schattigen Kratern Wassereis absetzten. Es gibt auf dem Planeten jedoch auch steile Klippen und weite Flächen, die aus glattem Gelände bestehen.

Die Oberfläche des Merkurs wirkt für unser Auge grau-braun. Bei genauem Hinsehen lassen sich auch helle Streifen erkennen, welche Kraterstrahlen genannt werden. Diese sind die Folge von auftreffenden Kometen und Asteroiden, denn bei so einem heftigen Aufprall entstehen Unmengen an Energie. Dabei wird nicht nur viel Gestein zerkleinert und in die Umgebung geschleudert, sondern es werden auch große Löcher auf der Oberfläche des Merkurs hinterlassen. Feiner Staub reflektiert stärker als große Trümmer, wodurch die Strahlen unterschiedlich hell erscheinen. Mit der Zeit verlieren jedoch alle Strahlen an Helligkeit.Die Stärke des Magnetfeldes des Planeten beträgt nur ein Prozent dessen der Erde. Es interagiert trotzdem mit dem Magnetfeld des Sonnenwindes und kann dadurch magnetische Tornados hervorrufen. Diese bringen schließlich das heiße Sonnenwindplasma an die Oberfläche des Merkur. Wenn die geladenen Teilchen auf seine Oberfläche treffen, schleudern sie neutrale Atome hoch in den Himmel.

Größe im Vergleich zur Erde und Namensgebung

Der Planet Merkur ist nur etwas größer als der Erdmond. Er ist nicht nur der kleinste Planet, welcher in unserem Sonnensystem zu finden ist, sondern gleichzeitig auch der Sonne am nächsten. Würde man die Sonne im Gegensatz zur Erde vom Merkur aus betrachten, so erschiene diese dreimal so groß und das Sonnenlicht um ein Vielfaches heller. Das Licht der Sonne braucht ungefähr 3,2 Minuten, um von der Sonne zum Merkur zu gelangen. Trotz seiner Nähe zur Sonne trägt der Merkur nicht den Titel des heißesten Planeten. Dieser bleibt nämlich der Venus vorbehalten. Was die Schnelligkeit des Merkur angeht, kann jedoch kein anderer Planet mithalten. Er umrundet die Sonne in 88 Erdtagen einmal komplett. Darum ist der Planet auch nach dem schnellsten aller römischen Götter, dem Götterboten Hermes, benannt. Später gaben ihm die Römer den Namen Merkur, dessen Namen der Planet bis heute trägt. Merkur hat einen Radius von ungefähr 2.400 Kilometern. Zum Vergleich: Die Erde ist in etwa dreimal so breit. Im Vergleich zur Erde dreht sich Merkur jedoch recht langsam, was dazu führt, dass ein Tag auf diesem Planeten sehr lange dauert. Eine Umdrehung dauert lediglich 59 Erdtage.

Warum kann man Merkur mit bloßem Auge nur so selten am Himmel sehen?

Hierfür gibt es zwei Gründe. Erstens hat Merkur keine große Leuchtkraft, denn sein Rückstrahlvermögen beträgt nur 6 Prozent. Vergleicht man diesen Planeten mit der auch noch viel größeren Venus, so ist er im Gegensatz zu ihr wesentlich dunkler und dadurch auch trotz seiner Nähe zur Sonne bedeutend schwerer zu erkennen. Am Himmel wirkt Merkur für uns als nicht mehr als ein schwacher Lichtpunkt. Erwischt man jedoch den perfekten Augenblick und sucht ihn in der Dämmerung, dann kann er bei guten Bedingungen sehr wohl für das bloße Auge sichtbar sein.
Dazu kommt der zweite Grund: Da die Umlaufbahn des Merkur um die Sonne stark elliptisch (eiförmig) ist, bewegt sich der Planet mal mehr und mal weniger in Richtung Sonne. Je näher Merkur an der Sonne rotiert, desto schwerer wird es, ihn ohne ein Teleskop zu erkennen.

Es gibt zwei Zeitspannen im Jahr, in denen es leichter fällt, Merkur zu beobachten. Zum einen im Frühling/Sommer (von März bis September), zum anderen im Herbst/Winter (ungefähr von September bis Januar). Im Herbst kann man den Planeten am besten in der Morgendämmerung erkennen, während man im Frühling lieber auf die Abenddämmerung setzen sollte. Hierfür gibt es natürlich wie bei so vielem keine Garantie, doch mit etwas Glück und einer Prise Geduld sollte es funktionieren.