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Neptun

Der Neptun ist ein Planet unseres Sonnensystems. Er befindet sich 4,5 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt und ist der achte und äußerste aller bislang bekannten Planeten des Sonnensystems. Die Masse des Neptun beträgt etwa das Siebzehnfache der Erde.
Mit einem Durchmesser von fast 50.000 Kilometern ist er viermal so groß wie die Erde und der viertgrößte Planet in unserem Sonnensystem, nach Jupiter, Saturn und Uranus. Mit letzterem bildet der Gasplanet außerdem die Untergruppe der sogenannten Eisriesen, da beide in ihrem Inneren über beträchtliche Eisvorkommen verfügen. Entdeckt wurde er im Jahre 1846 vom deutschen Astronomen Johann Gottfried Galle.

Die Entdeckung des Neptun

Der Neptun ist der einzige Planet unseres Sonnensystems, der nicht mit dem bloßen Auge erkennbar ist, da er besonders weit entfernt und außerdem leuchtschwach ist. Mit modernen Teleskopen kann man ihn heutzutage zumindest an klaren Herbst-Abenden ausmachen.  Dementsprechend spät wurde er entdeckt.
Bereits Galileo Galilei hatte Neptun zwar im Jahre 1612 gesichtet, hielt den Himmelskörper allerdings für einen Jupitermond oder Fixstern.  1781 wurde dann der Uranus entdeckt, und der französische Astronom Alexis Bouvard veröffentlichte 1821 astronomische Tabellen, in denen er die Laufbahn dieses Planeten berechnet hatte. Bei diesen Werten konnte er jedoch Störungen der Bahn feststellen, weshalb er vermutete, es müsse hinter dem Uranus noch einen weiteren Planeten geben. Nur so ließ sich die Störung der Laufbahn des Uranus erklären, durch das Gravitationsfeld eines weiteren Planeten.
Der französische Mathematiker Urbain Le Verrier stellte 1846 Berechnungen an, um der Position dieses mysteriösen Planeten auf die Schliche zu kommen. Obwohl er überraschend genaue Ergebnisse erzielen konnte, blieb ein Echo in der Öffentlichkeit aus, zumal er den Planeten selbst nicht entdeckt hatte. Dazu bat er am 23. September 1846 den deutschen Astronomen Johann Gottfried Galle, der als Observator der Berliner Sternwarte über ein für die damalige Zeit besonders leistungsfähiges Linsenteleskop verfügte. Tatsächlich konnte er zusammen mit seinem Assistenten Heinrich Louis d’Arrest einen Stern ausmachen, der nicht auf den damaligen Sternkarten verzeichnet war und dessen Position nur um 1 Grad von der durch Urbain Le Verrier berechnet abwich. Galle teilte dem französischen Astronomen den Erfolg der Suche mit, wodurch Neptun der einzige Planet ist, der nicht aufgrund einer akribischen und systematischen Suche, sondern vielmehr einer genauen mathematischen Vorhersage entdeckt werden konnte.

Der Name des Planeten

Der achte Planet des Sonnensystems trägt den Namen des römischen Gottes des Meeres und der fließenden Gewässer sowie der springenden Quellen. Da die Waffe des Gottes Neptun ein Dreizack ist, wird auch der Planet durch das Symbol eines stilisierten Dreizacks repräsentiert: ♆. Aufgrund des bläulichen Schimmers des Planeten sollte er einen Namen erhalten, der in Verbindung mit dem Meer Stand. Neben Neptun war auch Oceanus in der engeren Auswahl.

Der Neptun in unserem Sonnensystem

Wie andere Gasplaneten auch besteht der Neptun größtenteils aus Helium, Wasserstoff und Methan, das für seine charakteristische blaue Färbung verantwortlich zeichnet. Der Kern des Planeten ist ungefähr so groß wie die Erde und besteht aus Eisen. Als äußerster Planet des Sonnensystems gehört der Neptun zu den kältesten Orten des Systems, mit einer durchschnittlichen Temperatur von -200° Celsius.
Der Neptun verfügt über 14 bekannte Monde, von denen der Eismond Triton mit einem Durchmesser von 2707 Kilometern der mit Abstand größte ist. Triton ist damit sogar der sechzehntgrößte Körper des gesamten Sonnensystems.
Eine Umrundung der Sonne, also ein Neptunjahr, dauert für den Planeten 165 Erdenjahre. Aufgrund dieser beträchtlichen Laufbahn beziehungsweise der langsamen Bewegung des Neptun befindet sich der Planet oft über mehrere Jahre hinweg in einem einzigen Sternbild. An der Stelle, an der Neptun 1846 entdeckt wurde, war er erst wieder im Jahre 2011.
Galt der Pluto zwar bis zur Aberkennung seines Planetenstatus als äußerster Planet des Sonnensystems, so ist der Neptun bisweilen weiter von der Sonne entfernt als der Zwergplanet. Das liegt daran, dass die Laufbahn des Pluto stark geneigt ist, sodass er der Sonne näher kommen kann als der Neptun.
Am 10. September dieses Jahres befand sich der Neptun in Opposition zur Erde, das heißt, er stand von der Erde aus betrachtet in einem Winkel von 180 Grad zur Sonne.

Auf dem Neptun

Obwohl der Neptun ein Gasplanet ist, verfügt er über einen soliden Kern, schließlich nehmen Druck und Temperatur zu, je näher man dem Inneren kommt, und die Gase werden flüssig. Im Kern des Neptun herrschen derart harsche Bedingungen, dass dieser sogar fest ist, wobei die Übergänge zwischen der gasförmigen Außenhülle, der flüssigen Zwischenschicht und dem soliden Kern fließend sind.
Auf dem Neptun treten Wetterphänomene auf, die mit denen der Erde vergleichbar sind. Stürme, Winde und Wolken entstehen auf dem Neptun, erreichen aber deutlich höhere Geschwindigkeiten, als es ihre Äquivalente auf unserem Planeten vermögen. Unter allen Gasriesen sind die Winde auf dem Neptun sogar die stärksten und erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 1.600 Kilometern pro Stunde.

Der Neptun: Bisherige und geplante Missionen

Im Vergleich zu manch anderem Himmelskörper ist über den Neptun recht wenig bekannt, da bislang erst eine Raumsonde den Planeten erreicht hat. Die Voyager 2 passierte Neptun 1989 mit einem Abstand von etwa 5000 Kilometern und konnte so unter anderem ein Ringsystem rund um den Planeten ausmachen und erste Fotos davon aufnehmen. Außerdem entdeckte die Sonde sechs bis dahin unbekannte Monde des Neptun.
Eine der überraschendsten Erkenntnisse dieser Mission war die Tatsache, dass der größte Mond Triton über eine sehr dünne Atmosphäre, Geysire und Polkappen verfügt, für Körper mit einer derartigen Entfernung zur Sonne äußerst ungewöhnlich.  Das „Planetary Radio Astronomy Instrument“ der Voyager 2 konnte messen, dass ein Neptuntag 16 Stunden und 7 Minuten lang dauert.
Weitere Neptun-Mission sind für die späten 2020er- beziehungsweise die frühen 2030er-Jahre zu erwarten. Im August 2015 hatte die NASA Pläne für die Konstruktion eines Orbiters für Uranus und Neptun bekannt gegeben.