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Venus

Die Venus ist der zweite Planet des Sonnensystems und wird gerne als Schwesterplanet der Erde bezeichnet. Auch als Morgen- oder Abendstern bekannt gilt Venus nach dem Mond als das zweithellste Objekt am Firmament. Venus fasziniert seit Menschen Gedenken und wurde bereits 650 v. Chr. für die Rechnung der Kalender genutzt.
Seinen Namen erhielt der Planet von Aphrodite, der griechischen Göttin der Liebe und Schönheit. Lange Zeit sind Wissenschaftler davon ausgegangen, die Venus sei der Zwilling der Erde, da sich der Planet am Rand der grünen Zone befindet, in dem Leben möglich wäre. Dennoch scheint nach tieferen Untersuchungen festzustehen, dass ein Leben auf dem Planeten – zumindest für einen Menschen – unmöglich sei. Venus gilt nämlich als der heißeste Planet des Sonnensystems.

Wie ist Venus entstanden?

Die Venus entstand vor ungefähr vor 4.5 Billionen Jahren, während sich das Sonnensystem erstmalig formte. Aufgrund der Schwerkraft wurde das herum wirbelndes Gas sowie Staubpartikel aneinander gepresst, um schließlich den Planeten zu formen.

Umlaufbahn, Rotation und Größe

Venus gilt mit einem Radius von ungefähr 6.052 Kilometer etwas kleiner als die Erde und verfügt über keinen eigenen Mond. Der gelbe Planet umkreist die Sonne bei einer Entfernung von 0.72 AU (astronomische Einheit) – das sind umgerechnet 108.000.000 km. Eine astronomische Einheit ist die Entfernung zwischen Erde und Sonne. Das Sonnenlicht benötigt daher sechs Minuten, um zur Venus zu gelangen.
Die Venus ist in ihrer Umlaufbahn äußerst ungewöhnlich: Anders als die meisten Planeten im Sonnensystem dreht sie sich rückläufig, von Osten nach Westen – dieses Phänomen wird auch bei Uranus beobachtet. Die Sonne geht daher im Westen auf und im Osten wieder unter.
Der Planet rotiert äußerst langsam: Für eine komplette Rotation benötigt Venus 243 Erdentage. Hingegen dauert ein Venusjahr lediglich 225 Erdentage. Die Umlaufbahn der Venus erscheint beinahe kreisförmig, im Gegensatz zu den ellipsenartigen Umlaufbahnen der anderen Planeten.

Aufbau der Venus

Venus ist ähnlich wie die Erde ein Gesteinsplanet. Er besitzt einen Nickel-Eisen-Kern mit einem Durchmesser von ungefähr 3.200 Kilometer. Dieser wird von einem Mantel aus heißem Gestein geschützt. Die Lithosphäre fällt demnach wesentlich dicker aus. Anders als auf der Erde weist Venus keine Plattentektonik auf. Trotz des Eisenkerns besitzt der Planet jedoch nur ein besonders schwaches Magnetfeld. Die Kruste der Venus ist relativ dünn und durch die Verschiebungen des Mantels entstehen Vulkane.

Atmosphäre Venus

Obwohl Venus der Sonne nicht am nächsten ist, herrschen dennoch die höchsten Temperaturen des gesamten Sonnensystems. Mit Temperaturen von über 480° C übertrifft dies sogar Merkur, dem sonnennächsten Planeten. Ein gewaltiger Treibhauseffekt ist der Grund für diese hohen Temperaturen.
Die Atmosphäre des Planeten besteht im Wesentlichen aus 96 % Kohlenstoff. Weitere Stickstoffe sind unter anderem Schwefeldioxid, Argon, Neon, Kohlenmonoxid, Wasserdampf und Helium. Die dichte Atmosphäre fängt die Temperatur der Sonne ein, lässt diese nicht entweichen und strahlt sie wiederum auf die Oberfläche zurück.
Zugleich werden rund 80 Prozent der Sonnenstrahlung wieder zurück ins Universum geworfen. Wissenschaftler sprechen hierbei von einer Albedo. Dies ist auch der Grund, weshalb Venus äußerst hell am Firmament erscheint. Nicht umsonst wurde der Planet aufgrund dessen lange Zeit für einen Stern gehalten.
Jedoch macht nicht nur die Hitze Venus zu einem lebensfeindlichem Planeten – auch der Druck am Boden von rund 90 bar. Dies entspricht etwa dem Wasserdruck in einer Tiefe von 900 Meter

Oberfläche der Venus

Die dichten Wolken der Venus reflektieren das Sonnenlicht, weshalb der Planet vom Weltraum aus gesehen weiß erscheint. Aufgrund vulkanischer Aktivitäten an der Oberfläche wurde Venus über Milliarden von Jahren geformt. Die Oberfläche an sich besteht hauptsächlich aus Basalt, einem dunklen Ergussgestein.
Tausende Vulkane wurden bislang auf Venus gesichtet, viele davon über 100 km weit. Der Grund für diese hohe Anzahl wird aufgrund fehlender Plattentektonik vermutet. Da der Luftdruck auf Venus so gewaltig ist, werden die meisten Vulkane lediglich nur wenige Kilometer hoch. Sie werden daher auch gerne als „Pfannkuchenvulkane“ bezeichnet, aufgrund ihres platten Aussehens.
Neben Vulkanen ziehen sich auch Hochländer über den Planeten. Diese werden grundsätzlich in zwei der ausgedehnteren Formationen unterteilt: der Aphrodite Terra und dem Ishtar Terra. Die Hochlandregion Aphrodite Terra besitzt ungefähr die Größe Südamerikas und zieht sich über 10.000 km dem Äquator entlang. Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass dieses Gebiet einst von Wasser umgeben war. Ishtar Terra hingegen ist eine Nordpolarregion und in etwa so groß wie Australien. In diesem Bereich findet sich auch der höchste Berg namens Maxwell Montes mit deiner Höhe von 17 km.
Auch Einschlagkrater prägen die Oberfläche des heißen Planeten – weniger als zwei Kilometer Durchmesser besitzen jedoch die wenigsten. Durch die hohe Dichte der Atmosphäre werden kleinere Meteoriten bereits beim Eintritt zu Asche verwandelt.
Venus ist laut Angaben nach wie vor geologisch aktiv. Dies beweisen Aufnahmen der ESA-Raumsonde Venus Express aus dem Jahr 2010. Es wurde hierbei junge Lavaströme entdeckt, die grundsätzlich auf aktive Vulkane hindeuten.

Wetter auf Venus

Aufgrund seiner unüblichen Rotation, Umlaufbahn und Hurrikane-ähnlichen Winde erreichen die obersten Wolkendecken eine Geschwindigkeit von bis zu 360 km/h. Mit dieser enormen Geschwindigkeit umkreisen sie den gesamten Planeten binnen vier Erdentage. Am Boden hingegen werden lediglich Windgeschwindigkeiten von ungefähr 0,5 bis 2 m/s gemessen. Auf der Erde entspricht dies beispielsweise einer Windstärke 4.
Veränderung der Wolkenstruktur, je nach Höhenlage, zeigen auch die Ergebnisse der ESA-Raumsonde Venus Express. In höhere Lagen finden sich demnach relativ dichte Nebelschleier ohne wenig Struktur, währenddessen sich diese in mittleren Breitengraden eher streifig oder schlierenförmig anordnen. In niedrigen Lagen weisen die Wolken ein relativ bruchstückhaftes Erscheinungsbild auf.
Von dem einstrahlenden Sonnenlicht erreichen nur ungefähr zwei Prozent den Boden. Wer sich daher beispielsweise auf der Oberfläche der Venus befindet, wird dies wie einen trüben Nachmittag auf der Erde nachempfinden. Ein Sonnenaufgang ist aufgrund der dichten Lufthülle gar nicht ersichtlich.
Unterhalb der Wolkendecke konnten Sonden elektromagnetische Impulse aufweisen, was wiederum für eine Entladung von Blitzen spricht. In der Atmosphäre befinden sich zahlreiche Schichten mit unterschiedlichen Temperaturen. Bei rund 50 Kilometer Höhe ähnelt die Temperatur beispielsweise der auf der Erde. Da sich Venus nur sehr langsam dreht, sind die Unterschiede auf der Tages- und Nachtseite nur gering. Das Minimum von 440° C wird jedoch grundsätzlich nie unterschritten.
Würde auf der Venus keine schützende Wolkendecke vorhanden sein, wäre es noch heißer.