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Sonnenteleskop

Wenn Hobbyastronomen die Sonne beobachten wollen, benötigen sie dazu entweder ein Teleskop mit Sonnenfilter oder – noch besser – gleich ein geeignetes Sonnenteleskop. Eine Sonnenbeobachtung ist aufgrund der hohen Lichtintensität ein Risiko für das Auge. Deshalb muss das Sonnenlicht entsprechend gefiltert und gedämpft werden, damit eine gefahrlose Beobachtung unseres Zentralgestirns möglich ist. Zu diesem Zweck wurden spezielle, solare Teleskope entwickelt: die sogenannten Sonnenteleskope.

Sonnenteleskope: Verschiedene Teleskop-Typen für die Beobachtung der Sonne

Dem Hobbyastronom steht heutzutage eine große Auswahl an verschiedenen Teleskop-Typen zur Verfügung. Grundsätzlich können Amateur-Teleskope in drei Typen unterteilt werden: Refraktoren, Reflektoren und eine Kombination von beiden:

  1. Refraktoren sind Linsenteleskope, die das Licht in einem Refraktor durch eine Sammellinse bündeln und zum Okular leiten. Die Abbildung entsteht durch Lichtbrechung (Refraktion) in der Objektivlinse. In einer zweiten Linse, dem sogenannten Okular, wird das Bild vergrößert dargestellt und kann betrachtet werden.
  2. Reflektoren sind Spiegelteleskope, die im Gegensatz zu einem Linsenfernrohr das Licht über einen gewölbten Hauptspiegel bündeln und über einen oder mehrere Fangspiegel in das Okular lenken. Die Abbildung entsteht dabei durch Reflexion der Lichtstrahlen.
  3. Eine Kombination aus beiden Typen ist das Schmidt-Cassegrain-Teleskop (SC-Teleskop). Bei diesem Teleskop-Typ entsteht das Bild durch eine Mischung aus Refraktion und Reflexion.

Alle Teleskoparten haben Vor- und Nachteile. Ein Vorteil von Refraktoren besteht darin, das sie nicht erst – wie Reflektoren – aufwendig justiert (Einstellung der Spiegel) werden müssen. Daher sind sie insbesondere für Anfänger gut geeignet. Ein Problem bei billigeren Varianten dieses Teleskop-Typs ist es, dass Licht aus verschiedenen Wellenlängen bzw. Farben besteht, die unterschiedlich gebrochen werden. Zum Beispiel wird blaues Licht durch eine Linse stärker gebrochen als rotes Licht. Dadurch entstehen beim Beobachten Farbfehler, die sich durch unschöne Farbsäume um die zu betrachtenden Objekte bemerkbar machen. Um diesen negativen Effekt auszuschalten bzw. zu minimieren, gibt es mittlerweile achromatische (mit einer Korrekturlinse) und apochromatische (mit zwei Korrekturlinsen) versehene Refraktoren, die diesen Farbfehler reduzieren.

Da das Licht in Reflektoren nicht gebrochen wird, können diese typischen Farbfehler eines Refraktors nicht auftreten. Refraktoren liefern aber im Gegensatz zu Reflektoren ein schärferes und kontrastreicheres Bild. Das ist dem Umstand geschuldet, dass bei Reflektoren durch den zwischen Objektiv und Okular montierten Fangspiegel die Bildauflösung herabgesetzt wird, was wiederum sowohl Kontrast als auch Bildschärfe negativ beeinflusst. Des Weiteren ist zu bedenken, dass die größere Fläche des Spiegelteleskops, auch die Beobachtung schwach sichtbarer Objekte wie Nebel oder Galaxien erlaubt. Wer aber eher Sonne, Mond und Planeten im Sonnensystem beobachten will und dabei auch Wert auf eine scharfe Abbildung legt, sollte einen Refraktor (Linsenteleskop) vorziehen.

Was ist beim Kauf eines Sonnenteleskops zu achten?

Egal ob man einen Refraktor (Linsenteleskop) oder einen Reflektor (Spiegelteleskop) vorzieht, ein Amateurastronom, der die Sonne beobachten will, muss sich zunächst einmal die Frage stellen, welche Oberflächendetails er auf der Sonne sehen will. Dazu ist hauptsächlich zwischen zwei Bereichen des elektromagnetischen Spektrums der Sonne zu unterscheiden:

  • Die Weisslicht-Beobachtung: Beobachtet wird der gesamte Teil des sichtbaren Spektrums der Sonne, vom bläulichen kurzwelligen Licht bis zum rötlichen langwelligen Licht. Das ist die Fotosphäre der Sonne, also die äußere dichte Gasschicht. In der Fotosphäre lassen sich besonders gut die Sonnenflecken und mit etwas größeren Teleskopen sogar die Sonnengranulation (Grundstruktur der Fotosphäre) erkennen.
  • Die H-alpha-Beobachtung: Bei dieser Variante wird durch einen Spezialfilter eine einzelne Spektrallinie, die rote Wasserstofflinie, aus dem Sonnenspektrum herausgefiltert. Dadurch kann die unter der Fotosphäre liegende Chromosphäre der Sonne genau beobachtet werden. In diesem Bereich kann man besonders gut die riesigen Protuberanzen (Gasfackeln aus Wasserstoffgas) am Sonnenrand erkennen, die bis zu mehreren Hunderttausend Kilometern Höhe ins All hinausgeschleudert werden.

Tipp: Die kostengünstigste Art, um die Sonne zu beobachten, besteht zweifellos darin, ein schon vorhandenes „normales“ Teleskop in ein Sonnenteleskop umzuwandeln. Dies gelingt schnell und einfach mit einem sogenannten Weißlicht-Filter, der auf dem Objektiv des Teleskops aufgesetzt wird. Damit wird die Intensität des Lichts, welches auf das Okular trifft, stark gedämpft und die Sonne kann, auch bei Tageslicht, sorglos betrachtet werden.