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Beteigeuze

Der Stern Beteigeuze ist den Menschen schon seit langer Zeit bekannt, er wurde als einer der ersten fremden Sterne entdeckt und benannt. Unter Wissenschaftlern wird der Stern auch a Orionis genannt, da er sich im Sternbild des Orion befindet. Das a vor Orionis ist ein Vermerk über die Helligkeit von Beteigeuze, der ihn als hellsten Stern des Sternbilds kennzeichnet. Allerdings trägt er diesen Titel fälschlicherweise. Der Stern Rigel, ebenfalls Teil des Orion, ist ein wenig heller.
Die historisch korrekte Schreibweise des Sterns lautet Betelgeuse, was übersetzt so viel wie Hand der Riesin bedeutet. Der Name des Sterns stammt aus dem Arabischen, da der Stern zum ersten Mal von arabischen Gelehrten gesichtet und benannt wurde. Warum sich die deutsche und die „offizielle“ Schreibweise unterscheiden, ist nicht endgültig geklärt. Oft wird ein Übersetzungsfehler für den Unterschied im Namen verantwortlich gemacht.
Um 950 nach Christus wurde der Stern von Abd ar-Rahman as-Sufi benannt und beobachtet. Bereits zuvor war der Stern in der arabischen Welt und in frühen Zivilisationen wie Ägypten oder Griechenland entdeckt worden.

Die Eigenschaften von Beteigeuze

Im Vergleich zu unserer Sonne ist Beteigeuze ein wahrer Riese. Laut dem Herzsprung-Russell-Diagramm, das Sterne nach Größe und Helligkeit einteilt, ist Beteigeuze den Roten Überriesen zuzuordnen. Nachdem ein Stern im Laufe seines Lebens einigermaßen gleichmäßig in Leuchtkraft und Masse geblieben ist, nehmen seine Masse und Helligkeit beim Eintritt in das Stadium eines Roten Überriesen gewaltig zu.

Die Temperatur auf seiner Oberfläche beträgt 3450 Kelvin. Zum Vergleich: Auf der Oberfläche der Sonne herrschen um die 5800 Kelvin. Im Spektrum der Temperatur der Sterne siedelt sich Beteigeuze eher am unteren Ende an.

Beteigeuze hat einen Durchmesser, der über eintausend-Mal unsere Sonne umfassen könnte. Auch seine Leuchtkraft ist gewaltig, sie beträgt das Zehntausendfache der Leuchtkraft der Sonne. Berechnet man das Volumen des Riesen passt unsere Sonne somit mehr als eine Milliarde Mal in Beteigeuze hinein. Eine unvorstellbare Größe.

Seine außerordentliche Leuchtkraft und Größe sorgen dafür, dass Beteigeuze von der Erde aus gesehen der zehnthellste Stern am Nachthimmel ist.

Diese Tatsache wird noch beeindruckender, wenn der Abstand des Sterns zur Erde in Betracht gezogen wird. Forscher konnten den genauen Abstand bisher nicht genau bestimmen, doch neuesten Ergebnissen zu Folge beträgt der Erdabstand des Sterns um die 640 Lichtjahre. Was im ersten Moment nicht allzu beeindruckend klingt, wird nach der Umrechnung umso klarer.

Um die 6.000.000.000.000.000 Kilometer ist Beteigeuze von der Erde entfernt. Zum Vergleich: Der Abstand von der Erde zur Sonne wird mit 149.600.000 Kilometern Strecke zum Spaziergang. In der Liste der hellsten Sterne schafft es nur Rigel bei einer größeren Distanz vor Beteigeuze, ansonsten muss bis Platz 20 auf einen Stern gewartet werden, der weiter entfernt ist als Beteigeuze.

Eine Besonderheit des Sternriesen ist sein Durchmesser. Dieser ändert sich nämlich mit wiederkehrender Regelmäßigkeit. Mit Hilfe von Interferometrie war Beteigeuze der erste Stern, dessen Durchmesser bestimmt wurde. Dabei werden Lichtwellen in Richtung des Sterns ausgesendet und deren Überlagerung gibt Aufschluss auf die Größe eines Objekts.

Der Radius des Sterns schwankt um 15%, was ebenfalls zum ersten Mal an Beteigeuze festgestellt wurde. Auch die Helligkeit des Sterns schwankt, in einer Periode von 2070 Tagen wechselt Beteigeuze zwischen seiner stärksten und schwächsten Helligkeit ab.

Auch wegen diesen Schwankungen in der Größe und Helligkeit des Sterns gab es immer wieder Streit über dessen Farbe. Astronomen aus verschiedenen Ländern und Epochen ordneten ihn unterschiedlich ein. Manchmal wurde Beteigeuze als rot, manchmal als gelb bezeichnet. Heute, durch das Wissen über die Schwankungen des Sterns, lässt sich sagen, dass beide Meinungen vertretbar sind.

Die Zukunft von Beteigeuze

Wie seine Bezeichnung als Roter Überriese vermuten lässt, steht Beteigeuze am Ende seines Lebenszyklus. Der Stern ist um die 10 Millionen Jahre alt und hat wohl einen gewaltigen Abgang vor sich. Forscher an der University of California, Berkeley beschäftigen sich im Moment intensiv mit Beteigeuze, da er in einer Supernova enden könnte.

Bei einer Supernova wird der sterbende Stern für einen kurzen Zeitraum unfassbar groß. Er kann sich auf das mehrfache seiner Größe ausdehnen und das millionenfache seiner normalen Leuchtkraft abgeben. Zum Zeitpunkt einer Supernova ist ein solcher Stern in seiner Leuchtkraft sogar mit einer ganzen Galaxie vergleichbar, so viel Energie wird in diesem Zeitpunkt freigesetzt.

Rote Überriesen wie Beteigeuze verwandeln sich nach dem Ende der Supernova in eines von zwei Dingen: Entweder, ein neuer Neutronenstern entsteht dort, wo zuvor der Riese den Platz eingenommen hat, oder es entsteht ein schwarzes Loch. In beiden Fällen ist das Produkt der Supernova sehr kompakt, da die unglaubliche Masse des Sterns in einem sehr kurzen Zeitraum zusammengezogen wird.
Bei Beteigeuze wollen Forscher nun eine solche Entwicklung direkt miterleben. Doch wann genau die Supernova eintritt, ist noch unklar. Der Stern könnte schon morgen seine letzte Transformation beginnen. Es könnte aber auch noch mehrere tausend Jahre dauern, ehe sich eine Supernova bildet. Ein solcher Zeitunterschied ist auf der Zeitachse des Universums unbedeutend. Durch den Abstand des Sterns zur Erde, 640 Lichtjahre, könnte eine Supernova auch schon im Gange sein, wir wissen es nur noch nicht. Da das Licht mehrere hundert Jahre braucht, um uns zu erreichen, sehen wir den Stern momentan in seinem Zustand vor 640 Jahren. Während einer Supernova wäre Beteigeuze am Nachthimmel wohl so stark wie ein Halbmond.

Beteigeuze im Sternbild des Orion

In Europa ist das Sternbild des Orion von August bis April zu sehen und wird deshalb dem Winterhimmel zugeordnet. Insgesamt besteht das Sternbild aus sieben Sternen. Zwei Sterne bilden die Füße des mythologischen Jägers, Rigel und Saiph. Alnitak, Alnilam und Mintaka bilden den Gürtel des Orion, drei eng aneinander liegende Sterne. Gemeinsam mit Bellatrix bildet Beteigeuze die Schultern des Jägers.
Schon früh in der Menschheitsgeschichte wurde das Sternbild entdeckt und von unterschiedlichen Zivilisationen wurden ihm unterschiedliche Bedeutungen zugewiesen. Die Ägypter sahen in der Anordnung den Gott Osiris, Sumerer sahen ein Schaf.