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Canopus

Canopus der zweithellste Stern, der von der Erde aus zu sehen ist. Alpha Carinae (Canopus) ist der hellste Stern im Sternbild „Kiel des Schiffs“ am südlichen Nachthimmel und nach Sirius der zweithellste Stern am Nachthimmel überhaupt. Da er aber sehr weit südlich, nahe dem Südpol der Eliptik (Erdbahnebene um die Sonne) steht, ist er von Deutschland aus nicht, sondern nur vom südlichsten Teil Europas, z. B. Gibraltar, Malta, Kreta oder Zypern aus sichtbar.

Ein kleiner Abstecher in die Entwicklung eines Sterns.

Jeder Stern durchläuft im Laufe seiner Entwicklung verschiedene Spektralklassen. Die Astronomie kennt sieben Spektralklassen, mit denen die Leuchtkraft eines Sterns wiedergegeben wird. Diese werden O, B, A, F, G, K und M bezeichnet, wobei die Spektralklassen O bis A in der frühen Phase, die Spektralklassen, F bis G in der mittleren und die übrigen in der späten Phase der Sternentwicklung auftreten. Eine weitere Abstufung erfolgt anhand der Temperaturstufen von 0 bis 9 (M0 ist z. B. heißer als M9). Die Sterne leuchten in jeder Phase ihrer Entwicklung in einer anderen Farbe, z. B. blau, weiß oder rot. Aus den Eigenschaften des Spektrums (Strahlungsmaximum, Absorptionslinien) ziehen die Astronomen Rückschlüsse auf bestimmte Eigenschaften des Sterns (z. B. die Oberflächentemperatur). Am Anfang der Sternentwicklung stehen die Riesen, das sind Sterne mit gewaltiger Masse und Leuchtkraft. Diese entwickeln sich im Spätstadium zu roten Riesen und werden nach dem Ende jeglicher Kernfusion zu weißen Zwergen. Diese vergleichsweise kleinen Sterne entstehen aus einem roten Riesen, der seine äußere Hülle abstößt und den Kern zurücklässt. Manchmal entstehen aus sehr massereichen roten Riesen nach einer Supernova-Explosion aber auch Neutronensterne oder sogar schwarze Löcher.
Woher kommt der Name Alpha Carinae (Canopus)?

Die Etymologie des Namens Canopus ist bekannt. Alpha Carinae ist eine Bezeichnung nach der Bayer-Klassifikation. Alpha (α) ist der erste Buchstabe des griechischen Alphabets, und Carinae (der Genitiv zu lat. Carina, der Schiffskiel) zeigt die Zugehörigkeit zum Sternbild Kiel des Schiffs an.

Zur Herkunft des Namens gibt es drei verschiedene Versionen:

  • Eine Version besagt dass Canopus nach dem sagenhaften griechischen Schiffskapitän Kanôbos, der in Diensten des mythischen Königs Menelaos stand, benannt wurde. Als Kanôbos an einem Schlangenbiss starb, wurde er an der Küste Ägyptens begraben, wo später dann die Stadt Kanopus, lat. Canopus, eine antike ägyptische Küstenstadt gegründet wurde.
  • Eine zweite Version besagt, dass Canopus aus dem Ägyptischen Wort „Kahi Nub“ (Die goldene Erde), abgeleitet ist. Denn Canopus scheint in Horizontnähe (wie alle hellen Sterne) rotgolden.
  • Noch eine andere Version besagt, dass sich der Name Canopus aus dem semitischen Gimmel-Nun-Beth ergibt, von dem wiederum das arabische Wort janūb für „Süden“ abgeleitet wurde. Die südöstliche Wand der Kaaba in Mekka genannt janūb (Süden), zeigt genau auf Canopus.

Der riesige Stern im Sternbild Kiel des Schiffes ist spätestens seid Claudius Ptolemäus bekannt. Er wird im Almagest, Ptolemäus erstes astronomisches Werk aufgeführt. Der griechische Mathematiker, Astronom und Geograf Claudius Ptolemäus (* um 100 n. Chr † 180 n. Chr), beschrieb Canopus seinerzeit als Teil des antiken Sternbildes Argo Navis. Der Name dieses Sternbildes ist wahrscheinlich zurückzuführen auf die Argonautensage aus der griechischen Mythologie, bzw. auf das Schiff Jasons und seiner Argonauten, wobei Canopus das Ruder oder den Kiel des Schiffes darstellte. Das ursprüngliche Sternbild Argo Navis umfasste zu Zeiten des berühmten Astronomen die drei Sternbilder Kiel des Schiffes, Segel des Schiffes und Achterdeck des Schiffes. Erst 1763, wurde das Sternbild Argo Nautis wegen seiner Größe und Unübersichtlichkeit durch den französischen Astronomen Nicolas Louis de Lacaille (* 1713 † 1762) in die drei heute bekannten, kleineren Sternbilder unterteilt.

Physikalische Eigenschaften von Canopus.

Canopus leuchtet gelblich-weiß. Der Stern hat die Entwicklungsphase des roten Riesen entweder noch nicht erreicht, oder bereits hinter sich. Seine Masse ist mit ca. 8 x Sonne zu gering um als Supernova zu explodieren, daher wird Canopus am Ende seines Lebens als sehr großer weißer Zwerg enden. Die physikalischen Daten von Canopus sind teilweise annäherungsweise Angaben. Das liegt an der etwas ungewöhnlichen Natur von Canopus. Sterne seiner Spektralklasse wurden von den Astronomen bisher noch nicht vollständig verstanden.

  • Spektralklasse: Canopus hat die Spektralklasse F0II. Sterne dieser Spektralklasse sind selten und nicht hinreichend erforscht. Weitere bekannte Sterne der Spektralklasse F sind Prokyon, der hellste Stern im Sternbild Kleiner Hund und der Polarstern, der hellste Stern im Sternbild Kleiner Bär
  • Entfernung: Die Messung erfolgte durch Parallaxenbestimmung mit dem Weltraumteleskop Hipparcos, ein Satellit der 1989 in den Orbit gebracht wurde. Das Ergebnis ergab das Canopus etwa 309 ± 16 Lichtjahre (96 Parsecs) von der Erde entfernt ist.
  • Leuchtkraft: Canopus strahlt 13.800 heller als die Sonne.
  • Masse: Canopus hat eine Masse von etwa 8-9 M☉, das entspricht 1,949 × 10^31 kg.
  • Radius: Der Durchmesser von Canopus wurde interferometrisch mit dem Very Large Telescope der Eso festgestellt. Er beträgt 98.789.000 km und entspricht in etwa dem 71-fachen (71,4 R☉) Durchmesser der Sonne.
  • Temperatur: Die Temperatur an der Oberfläche von Canopus liegt bei 7.500 Kelvin. Das macht den Stern deutlich heißer als die Sonne. Die Oberflächentemperatur der Sonne liegt bei 5.778 Kelvin.
  • Rotation: Canopus dreht sich mit einer Rotationsgeschwindigkeit von 8 km/s innerhalb von 135 Tagen einmal um die eigene Achse.