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Der Stern Deneb

Der Stern Deneb befindet sich im Sternbild des Schwans. Hier ist er der hellste sichtbare Stern. Er befindet sich zudem im sogenannten Sommerdreieck. Dieses wird gebildet aus den Sternen Deneb, Wega und Altair. Die Helligkeit des Sterns wird mit 1,2 mag angegeben. Damit gehört Deneb als Alpha-Cygni-Stern zu dem Prototypen Leuchtkräftiger Blauer Veränderlicher. Insgesamt ist Deneb der 19.-hellste Stern am Himmel sowie einer der hellsten bisher bekannten Sterne in unserer Milchstraße. Er ist zudem der hellste Stern im Sternbild des Schwan. Das Sternbild liegt am nördlichen Himmelszelt. Es stellt einen Schwan dar, der sich im Flug befindet und weit ausgebreitete Flügel hat. Deneb bildet hier den Schwanz des Schwans. Sowohl im Sommer als auch im Herbst und zu Beginn des Winters kann das Sternbild mit bloßem Auge von der Erde aus gesehen werden. Deneb gehört größentechnisch in die Kategorie 1. In dieser Kategorie ist er der am weitesten von der Erde entfernte Stern. Er liegt inmitten der Milchstraße an einem Punkt, in dem sich die Milchstraße in zwei Arme teilt.Der Name Deneb bedeutet übersetzt „Schwanz“ und kommt aus dem Arabischen. Er leitet sich von dem Begriff „danab al-dagaga“ ab, was übersetzt so viel bedeutet wie „Schwanz der Henne“. Entdeckt worden ist der Stern 1910 von einem Wissenschaftler mit dem Namen Lee. Früher wurde Deneb als Fixstern bezeichnet. Dies gilt für Sterne, die über eine geringe Eigenbewegung verfügen. Es hat sich aber herausgestellt, dass Deneb seinen Standort am Himmel verändert. Aufgrund dessen wird er heute nur noch als Stern bezeichnet. Der Stern braucht insgesamt 80 Tage, um sich um sich selbst zu drehen.

Daten und Fakten von Deneb

Die Entfernung von Deneb zur Erde beträgt laut Satelliten Hipparcos 1.550 Lichtjahre, was jedoch grundsätzlich als nicht sehr genauer Wert angenommen werden kann bei der Messung von Entfernungen dieser Größenordnung. Die Abweichung kann mit etwa 20 % betrachtet werden. Die Entfernung des Sterns bringt auch Unsicherheiten bei der Bestimmung seiner Eigenschaften mit sich. Deneb wird als heißer Überriese geführt. Sein momentaner Zustand liegt zwischen dem Blauen Riesen und dem Roten Überriesen. Seine Temperatur fällt und er wird röter. Daneben steigt aber auch seine Leuchtkraft durch eine Vergrößerung seines Durchmessers. Die absolute Helligkeit wird mit -8,5 mag angegeben. Damit gehört er zu den hellsten Sternen. Insgesamt ist seine Strahlungsleistung 300.000 mal stärker als die der Sonne. Die Werte bezüglich seiner Helligkeit liegen irgendwo zwischen 100.000 und 250.000-facher Helligkeit der Sonne. Übersetzt bedeutet dies, dass Deneb in einer Minute mehr Licht erzeugen kann als die Sonne in einem Monat schafft. Auch der Durchmesser von Deneb ist um das etwa 200-fache größer als die Sonne. Somit ist Deneb einer der größten Sterne, die uns bekannt sind und der mächtigste Stern in der Spektralklasse A. In der Spektralklasse A ist der Hauptbestandteil der Sterne Helium. Daneben findet man noch sogenannte Wasserstofflinien, die sehr kurzlebig sind. Die Oberflächentemperatur beträgt 8.700 K. Deneb bewegt sich nicht konstant sondern unterliegt leichten Schwingungen, welche durch eine Veränderlichkeit des Lichts festzustellen sind. Seine Masse liegt um ein 20- 25-faches höher als die der Sonne. Aufgrund des Zusammenspiels von hoher Masse und hohen Temperaturen ist ein schnelles Ende in Sicht. Die Phase des Wasserstoffbrennens hat vor ca. 40.000 Jahren beendet. Seine Entwicklung geht wahrscheinlich hin zum Supernova, der größten bekannten Explosion im Universum. Seine Leuchtkraft wird dann um ein millionen- oder sogar milliardenfaches größer. Am Ende liegt die vollständige Zerstörung des Sterns, aus der sich eine Gaswolke bildet, welche wiederum für die Bildung von neuen Neutronensternen verantwortlich ist. Es kann aber auch dazu führen, dass sich ein schwarzes Loch bildet. Dies dürfte in ein paar Millionen Jahren der Fall sein. Laut einer weiteren Theorie bauen sich die äußeren Schichten von Deneb Stück für Stück ab, wodurch sich das Innere des Sterns, der Kern, stark erhitzt. Dies würde dazu führen, dass Deneb zu einem gelben Hyperriesen oder alternativ auch in Folge einer Implosion zu einem leuchtenden blauen Veränderlichen wird. Die dritte Möglichkeit ist die Entwicklung zu einem Wolf-Rayet-Stern, der extrem heiß ist und sein Ende ebenfalls in einer Supernova findet.

Zudem wird vermutet, dass der Hauptstern einen Exoplaneten besitzt, der ihn umkreist. Dieser Begleiter ist sehr lichtschwach und kann mit dem menschlichen Auge nur mit Hilfe eines Fernrohres betrachtet werden. Seine Helligkeit wird mit 11,7 mag angegeben. Weiter wurde festgestellt, dass auf Deneb starke Sternwinde wehen. Durch sie wird Helium abgeblasen. Dies führt zu einem schnellen Abbau von Materie.

Deneb in der Mythologie

Es gibt eine chinesische Liebesgeschichte mit dem Namen „Kuhhirte und Weberin“. Hierin spielt Deneb die Rolle einer Brücke über der Milchstraße, die von Elstern gebildet wird. Diese Brücke ermöglicht es dem Liebespaar Niulang und Zhinü, sich in einer Sommernacht wieder zu vereinen. Laut japanischer Kultur ist hieraus das Fest Tanabata entstanden. Andere Geschichten berichten von einer Fee mit dem Namen Deneb. Diese soll in der Geschichte als Anstandsdame fungieren.