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Pollux

Der Stern Pollux wird auch als ß Geminorum bezeichnet. Der Stern bzw. Fixstern ist Teil des Sternbildes Zwillinge und befindet sich im großen Wintersechseck. Das Wintersechseck besteht aus den Sternen Pollux, Aldebaran, Rigel, Sirius und Prokyon. Auch findet man hier den Gürtel des Orion. Letzter ist Beteigeuze, in der Mitte des Sechseckes liegend. Von beiden Sternen im Sternbild Zwillinge ist Pollux der Hellste und stellt einen der beiden Köpfe der Zwillinge dar, je nachdem, von welcher Seite aus das Sternbild betrachtet wird. Seine scheinbare Helligkeit liegt bei 1,14 mag, womit er die der Sonne deutlich übersteigt. Der Name Pollux ist abgeleitet von dem lateinischen Begriff Polydeukes, was wiederum zu den Dioskuren der griechischen Mythologie gehört. Wenn man den Stern Pollux astrophysikalisch betrachtet, dann kann er den Roten Riesen zugeordnet werden. Eingeordnet in unser gesamtes Sonnensystem ist Pollux der Stern, der unserem Sonnensystem am nächsten kommt. Er hat eine Entfernung von 34 Lichtjahren und weist etwa den achtfachen Radius der Sonne auf. Genauer beträgt seine Masse 1,86 Sonnenmassen. Betrachtet man die Leuchtkraft, so kann er die 32-fache Sonnenleuchtkraft aufweisen. Die Oberflächentemperatur des Sterns beträgt dabei 4.500 Kelvin. Damit liegt er unter der Oberflächentemperatur der Sonne. Er verfügt aber dennoch über eine größere Energieausstrahlung. Hierzu zählen vor allem Mikrowellen. Sein Metallgehalt ähnelt dem der Sonne. Ganz eindeutig ließ sich aber der Metallgehalt des Sterns bislang noch nicht bestimmen. Der Riesenstern verfügt über ein Magnetfeld, welches aber im Laufe der Zeit an Kraft verloren hat. Wenn man sich den gesamten Nachthimmel betrachtet, dann kann man feststellen, dass Pollux der siebzehnthellste Stern am Himmel ist. Er liegt zudem benachbart zu dem ebenfalls sehr hellen Stern Castor. Dabei weist er aber eine besonders rötliche bis orange Färbung auf, die sich auch deutlich von seinem Nachbarstern abhebt. Sein Spektraltyp wird mit K eingeordnet.

Der Planet Thestias

Aus Sicht der Spektroskopie und der Betrachtung der Radialgeschwindigkeit lässt sich herleiten, dass der Riesenstern von dem Planeten Thestias umkreist wird. Dies ist ein sogenannter Exoplanet. Er hat die dreifache Größe des Planeten Jupiter und umkreist den Stern Pollux innerhalb eines Zeitraums von 590 Tagen. Pollux gehört damit auch zu dem hellsten Stern mit einem planetaren Begleiter. Der Stern dreht sich auch um sich selbst. Hierbei benötigt er für eine komplette Drehung um die eigene Achse 38 Tage. Die Bewegungen von Pollux sind unregelmäßig. Teilweise lassen sich Schwankungen erkennen oder auch eine Abnahme der Leuchtkraft. Dies liegt an dem ihn umkreisenden Planeten Thestias. Weiter wird angenommen, dass es sich bei Pollux um einen Gasriesen handelt. Durch die besonders starke Strahlung, die von ihm ausgeht, gibt es auch keinerlei Lebensweise auf dem Planeten Pollux. Ferner zieht sich die Ekliptik, sprich die optische Bahn der Planeten sowie des Mondes und der Sonne genau durch das Sternbild der Zwillinge.

Pollux hat ein geschätztes Alter von 774 Millionen Jahren. Diese Annahme beruht auf seiner sehr fortgeschrittenen Entwicklung. Das Alter wird vor allem anhand der Masse gemessen. Hierbei gilt, je mehr Masse ein Stern besitzt, desto jünger ist er. Die Dichte von Pollux ist sehr gering. Daher gilt die Annahme, dass er sich zu einem Weißen Zwerg entwickeln wird. Für diesen Prozess wird er deutlich an Masse verlieren. Auch die Gashülle wird schrumpfen. Am Ende wird nur noch ein Kern übrig bleiben, welcher aus Sauerstoff und Kohlenstoff besteht. Dieser weist dann kaum noch Aktivität auf. Am Ende wird der Stern vollständig auskühlen und absterben.

Die Zwillinge

Die Sterne Pollux und Castor bilden zusammen das Sternbild der Zwillinge oder auch Gemini, welches hoch im Süden liegt. In der menschlichen Wahrnehmung sind beide Sterne miteinander verbunden. Dadurch entsteht der Eindruck eines Zwillingssterns. Tatsächlich kontrastieren die beiden Sterne aber. Pollux ist vor allem ein rötlicher Stern, wohingegen Castor meist blau-weiß leuchtet. Aus der Ferne wirken die beiden Sterne sehr nah. Tatsächlich aber liegt Pollux 34 Lichtjahre entfernt und Castor 50 Lichtjahre. Die Namen der Sterne rühren aus der griechischen Mythologie. Dort waren Castor und Pollux Zwillinge. Pollux war dabei der Unsterbliche von beiden. Zeus soll Pollux selbst gezeugt haben. Castor hingegen soll von Tyndareos abstammen. Im Laufe der Geschichte kam Castor zu Tode. Daraufhin geht Pollux zu Zeus um ihn zu bitten, seine Unsterblichkeit mit Castor teilen zu dürfen. So wurden sie zu Zwillingen, die sich auch am Nachthimmel verewigt haben. In der Mythologie wandern die beiden nun unaufhörlich zwischen Olymp und Hades.

Ein weiterer Unterschied zwischen den Sternen ist, dass Pollux ein eigenständiger Stern ist, wohingegen Castor aus mehreren Sternen oder auch einem Sternensystem besteht, in welchem sich drei Hauptsterne befinden. Sie können zudem auf keine gemeinsame Entstehungsgeschichte oder Entwicklung zurück greifen. Die einzige Verbindung der beiden ist ihre optische Nähe sowie ihre helle Leuchtkraft, die sie sofort am Himmel erkennen lassen.

Besonders im Winter und im Frühling ist das Sternbild deutlich zu sehen. Optisch ist das Sternbild an den zwei hell leuchtenden Sternen zu erkennen, von denen jeweils eine blass leuchtende Linie abgeht, welche den Menschen abbilden sollen.