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Der Stern Rigel

Der Stern Rigel befindet sich im Sternbild des Orion. Hier ist er der hellste Stern. Insgesamt ist Rigel der siebthellste Stern am Nachthimmel. Der Name Rigel leitet sich aus dem Arabischen ab und der Bezeichnung „Ridschl Dschauza`al-Yusri, was übersetzt soviel bedeutet wie „linker Fuß des Mittleren“. Im Altägyptischen bedeutet Rigel „Sebaen-Sah“, also Fuß- oder Zehenstern. In der altägyptischen Mythologie war Rigel der Hauptstern und Namensgeber des Sternbildes Sah. In der Astronomie wird Rigel als ß Orionis bezeichnet obwohl er heller ist als der Stern Beteigeuze. Der Grund hierfür ist, das Beteigeuze sich stetig verändert und die Maxima des Sterns beizeiten die Werte des Sterns Rigel übersteigen. Rigel liegt im sogenannten Wintersechseck, zu welchem auch die Sterne Pollux, Capella, Aldebaran, Sirius und Prokyon gehören.

Stern Rigel – Daten und Fakten

Die Entfernung des Sterns Rigel von der Erde liegt zwischen 650 – 900 Lichtjahren. Für die Messung wurde ein spezieller Satellit eingesetzt, der Hipparcos-Satellit. Dieser hat eine Entfernung von 770 Lichtjahren ermittelt. Allerdings sind die Werte bei Messungen in diesem Größenspektrum generell sehr ungenau und können bis zu 20 % abweichen.

Der Stern Rigel wird als Mehrfachsternsystem bezeichnet. Das bedeutet, dass der Stern aus mehr als zwei Exemplaren besteht, die zusammen gehören. In diesem Fall sind es vier Sterne, die den Mehrfachstern bilden. Hauptbestandteil des Sterns ist Rigel A. Er gilt als Riesenstern und gehört zur Spektralklasse B8. In der Leuchtkraftklasse findet Rigel die Einteilung Ia. Dabei liegt Rigel aktuell in der Entwicklung von einem Blauen Riesen zu einem Roten Überriesen. Seine Leuchtkraft hat die 46.000-fache Kraft der Sonne. Nur die Sterne Antares und Beteigeuze haben eine noch stärkere Leuchtkraft gemessen an der Entfernung von 1.000 Lichtjahre bis zur Erde.

Durch die Veränderung zum Roten Überriesen verändert sich auch die scheinbare Helligkeit. Diese Veränderlichkeit ist aber verhältnismäßig schwach und eher unregelmäßig, aber auch typisch für einen Überriesen. Die Schwankungen der Helligkeit können bis zu 30 % stark sein. Dabei liegen die Schwankungen in einem Bereich von 25 Tagen. Neben dem Hauptstern gehören noch Rigel B/C zu dem Mehrfachstern. Diese sind deutlich kleiner und bilden in sich selbst ein Doppelsternsystem. Es handelt sich hierbei zudem um blau-weiße Hauptreihensterne aus der Spektralklasse B9. Die Leuchtkraft ist 128-fach so stark wie die der Sonne. Vierter Bestandteil von Rigel ist der Rigel D. Er leuchtet eher schwach und wird daher meist überstrahlt. Daher lassen sich keine genaueren physikalischen Angaben und Verbindungen zu den anderen Sternen erkennen. Festgestellt werden kann aber, dass Rigel D halb so groß ist wie die Sonne und über die Hälfte der Sonnenmasse verfügt. Zudem liegt die Oberflächentemperatur bei 4.000 K und die Helligkeit vie 15,4 mag. Rigel D leuchtet eher rötlich und wird daher in die Spektralklasse K7 eingeordnet.

Insgesamt umkreisen sowohl der Rigel A als auch der Rigel B/C den gemeinsamen Schwerpunkt. Der Abstand beträgt dabei 2.000 AE. Die Entfernung zwischen Rigel B und C beträgt 28 AE. Rigel D liegt ca. 10.000 AE von Rigel A entfernt.

Insgesamt befindet sich in dem Bereich von Rigel ein hoher Anteil interstellarer Materie. Durch die hohe Leuchtkraft des Sterns erhellt er regelmäßig zahlreiche Staubwolken wie den Hexenkopfnebel.
Die Oberflächentemperatur von Rigel misst um die 12.100 K. Er hat eine immense Oberfläche und ist gleichzeitig unglaublich heiß. So strahlt er jede Menge Licht ab.

Sichtbarkeit des Sterns

Der Stern Rigel lässt sich von der Erde aus gut beobachten. Hierfür kann ein Fernrohr mit einer Objektivöffnung von mindestens 6 cm verwendet werden. Hiermit lassen sich sowohl Rigel A als auch Rigel B/C erkennen. Die einzelnen Komponenten von B/C hingegen sind erst ab einer Öffnung von mindestens 90 cm zu erkennen, obwohl auch dies teilweise schon sehr schwierig wird.
Im Zusammenhang mit dem Stern Rigel fällt auch der Begriff Orionnebel M 42. Bei Betrachtung der räumlichen Bewegung des Sterns kommt er nahe an den Nebel heran. Aufgrund dieser Tatsache wird Rigel auch als Teil der Orion-OB1-Sternassoziation gesehen. Aber auch zur Taurus-Orion-R1-Sternassoziation wird Rigel gezählt.

Besonders in den Monaten zwischen August und April kann in Mitteleuropa das Sternbild des Orion am Winterhimmel beobachtet werden. Hier bilden sowohl Beteigeuze als auch Rigel die Hauptkomponenten. Rigel ist dabei das linke Fußstück des Jägers, des Orion.

Rigel und Supernova

Im Kern von Rigel befindet sich Wasserstoff, der als Brennstoff genutzt wird. Er verfügt über eine enorme Masse und Helligkeit. Daraus folgt, dass der Stern am Anfang etwa 30 Sonnenmassen hatte. Diese betragen heute etwa 24. Der Verlust der Masse ist mit einem entsprechenden Wasserstoffverbrauch zu erklären. In der Konsequenz befindet sich Rigel nun in seiner Endphase nach einer nur vergleichsweise kurzen Existenz. Er wird nun zum roten Überriesen. Wahrscheinlich entwickelt sich Rigel zu einem Typ-II-Supernova. Hierfür charakteristisch ist eine Beteiligung von Wasserstoff sowie einen 8-40-fache Sonnenmasse. Der Kern des Sterns wird kollabieren und anschließend explodieren. Dieses Ereignis wäre von der Erde aus sichtbar. Optisch würde das Spektakel einem Vollmond gleichen. Geschieht die Explosion im Sommer, dann wären die Effekte der Sonne feststellbar, bis der Stern schließlich komplett vom Himmel verschwindet. Damit verabschiedet sich dann auch einer der hellsten Sterne am Himmelszelt.