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Wega

Die Wega, auch Vega genannt, ist der Hauptstern des Sternbildes Leier. Mit ihrem bläulich-weißen Schimmer ist sie der hellste Stern des nördlichen Sternenhimmels und der rechte Teil des Sommerdreiecks.

Geschichte der Wega

1835 vermutete Friedrich Wilhelm Struve, dass Wega aufgrund ihrer Helligkeit dem Sonnensystem nahe sei. 1838 gelang es Friedrich Wilhelm Bessel die Parallaxe eines Fixsterns (61 Cygni) zu ermitteln und er konnte damit den Abstand zur Sonne bestimmen. Kurze Zeit später gelang auch Friedrich Wilhelm Struve die Parallaxe von Wega.

Wega, die in der Bayer-Bezeichnung auch a Lyrae genannt wird, wurde im Juli 1850 als erster Stern auf einer Fotografie abgebildet. Der amerikanische Erfinder und Pionier der Fotografie John Adams Whipple und der amerikanische Astronom William Cranch Bond fertigten mithilfe eines Fernrohrs eine Daguerrotypie von Wega an. Dies war ein Fotografie-Prozess im 19. Jahrhundert und galt als Meilenstein in der Astrofotografie.

Allgemeine Fakten

Vor 14.000 Jahren war Wega der Polarstern. Dies passierte durch die Präzessionsbewegung der Erde. In rund 12.000 Jahren wird die Erdachse erneut in Richtung Wega gerichtet sein. In vielen Sommernächten lässt sich auf der Nordhalbkugel das Sommerdreieck beobachten. Dieses ist eine Konstellation aus drei Sternen. Diese sind Wega aus dem Sternbild Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler. Durch die starken Lichtverhältnisse der Sterne lässt sich das Sommerdreieck schon in der Abenddämmerung am Himmel erkennen. Hier sticht Wega mit ihrer extremen Helligkeit ganz besonders hervor und ist meistens der Stern, der als erstes entdeckt wird. Sie leuchtet zum Beispiel dreimal heller als Atair.

Physikalische Merkmale

Wega gilt als Riesenstern und fusioniert als Hauptreihenstern Wasserstoff zu Helium in seinem Kern. Wegas Alter wird auf 386 bis 572 Millionen Jahre geschätzt. Die Entfernung zur Erde beträgt 25,02 Lichtjahre. Wega gehört zur Spektralklasse A0 V sowie der Größenklasse 0,03 mag. 1983 entdeckte man bei Wega als einer der ersten Sterne eine Staubscheibe. Diese konnte mit Hilfe einer Infrarotmessung ermittelt werden. Britische Astronomen berechneten 2003, dass die Merkmale der Staubscheibe möglicherweise mit einem Planeten, ähnlich dem Neptun, zusammen hängen könnten. Dies würde bedeuten, dass eine große Ähnlichkeit zwischen dem Sonnensystem und dem Wega-System besteht.

Ansammlung der Elemente

Wega ist arm an Metallen und besitzt nur 0,54 Prozent schwerere Elemente als Helium. Der Grund für die geringe Metallizität Wegas ist bisher unbekannt. Mögliche Gründe könnten der Materie-Verlust des Sterns sein oder auch eine Diffusion. Eine weitere Theorie ist, dass der Stern möglicherweise aus einer metallarmen Wolke aus Gas und Staub entstand.

Planetensystem der Wega

Bisher konnte die Wissenschaft kein Planetensystem um Wega entdecken. Es ist aber auch nicht komplett ausgeschlossen, dass ein solches existiert.

Rotation der Wega

Lange Zeit bestand die Annahme, dass Wega ein sehr langsam rotierender Stern mit einer unveränderten Oberflächentemperatur sei. Deane Peterson und ein Team von Astronomen der Universität Stony Brook in den USA machten 2006 eine sensationelle Entdeckung. Der Stern rotiert mit einer enormen Geschwindigkeit um die eigene Achse, wodurch er fast zerrissen wird. Mit einer Geschwindigkeit von 274 Kilometern pro Sekunde am Äquator schleudert Wega Materie in den niedrigeren Breiten weit nach außen. Dies hat zur Folge, dass die Form des Sterns einer gequetschten Kugel ähnlich sieht. Es herrscht an den Polen eine Temperatur von rund 10 000 Grad Celsius, am Äquator besteht eine Differenz von 2 400 Grad weniger. Da das heizende Zentrum von den entfernteren Bereichen abseits liegt, herrscht in diesen Bereichen eine niedrigere Temperatur.

Die Bewegung der Wega

Wega ist Teil des Castor-Bewegungshaufens. Alle Sterne dieser Gemeinschaft entspringen einem gemeinsamen Ursprung und besitzen dieselbe Geschwindigkeit. Weitere Mitglieder des Castor-Bewegungshaufens sind Formalhaut, Castor, a Librae und a Cepei. Sie alle besitzen ein ähnliches Alter. Wega wird mit der Zeit immer heller werden. Ursache dafür ist Wegas Bewegung, die immer weiter entlang der Sonne verläuft. Laut Berechnungen wird Wega in rund 210.000 Jahren der hellste Stern am Abendhimmel sein. Maximal 270.000 Jahre wird sie dies auch bleiben. Der Zenit ihrer Helligkeit wird in 290.000 Jahren erreicht sein und bei -0,81 mag liegen.

Magnetfeld der Wega

Französische Astronomen konnten 2009 ein Magnetfeld nachweisen. Dies gelang mithilfe des stellaren Spektropolarimeters NARVAL des Bernard-Lyot-Teleskops. Die Astronomen entdeckten im Spektrum des Sterns Hinweise eines Magnetfeldes. Dies wird auch Zeeman-Effekt genannt. Es werden dabei Spektrallinien unter Einfluss eines Magnetfeldes aufgespalten. Mit einer Stärke von 50 Mikro-Tesla liegt das Magnetfeld der Wega zwischen dem der Sonne und dem der Erde.

Wega und Sonne im Vergleich

Neben der Sonne ist die Wega der mit am meisten untersuchte und bekannteste Stern in der Astronomie. Es kommt immer wieder zu Vergleichen, da beide Sterne ähnliche Merkmale aufweisen. Die Wega wird als Riesenstern bezeichnet und besitzt einen Durchmesser von 3.286.500 Kilometern. Die Sonne hingegen gilt als Zwergstern und besitzt einen Durchmesser von 1.391.000 Kilometern. Die Wega ist somit fast dreimal größer als die Sonne. Die Entfernungen zur Erde sind bei der Sonne mit 149,6 Millionen Kilometern datiert. Bei Wega sind es 25,02 Lichtjahre, welche rund 236,67 Billionen Kilometern entsprechen. Wega ist 37 mal heller als die Sonne, was der hohen Masse geschuldet ist. Sowohl die Sonne als auch Wega befinden sich in der Lokalen Flocke, einer Wolke aus interstellarer Materie.