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Teleskop Aufbau & Funktionsweise

Es gibt verschiedene Ausführungen von Teleskopen. Trotzdem besteht jedes Teleskop jedoch grundsätzlich aus drei wichtigen Bauteilen. Das sind:

  • Der Tubus
  • Das Stativ
  • Die Montierung

Diese drei wesentlichen Komponenten sollten vielleicht etwas näher beschrieben werden. Auch in der Funktionsweise gibt es Unterschiede. Da ein Teleskop zur Beobachtung von astronomischen Objekten gedacht ist, besteht eine elementare Funktion in der Vergrößerung. Die vergrößerten Himmelsobjekte sollten aber auch sehr scharf und detailliert dargestellt werden.

Der Tubus

Dass ein Teleskop umgangssprachlich auch als Fernrohr bezeichnet wird, liegt daran, dass der Tubus die Form eines mehr oder weniger dicken Rohres aufweist. Die einfachste Ausführung ist der Refraktor. Bei solch einem Teleskop befindet sich an der Vorderseite des Tubus ein Objektiv. Durch dieses wird das Licht der Himmelskörper gebündelt. Direkt im Brennpunkt befindet sich am hinteren Ende vom Tubus das Okular. Durch dieses blickt der Sternenfreund und kann sich die Himmelskörper näher ansehen.

Bei einem Spiegelteleskop, zu dem auch der Newton-Reflektor gehört, befindet sich an der Rückseite des Tubus ein Parabolspiegel, der das eingefangene Licht wieder nach vorne auf einen um 45 Grad geschwenkten Ablenkspiegel wirft. Von dort wird das Licht seitwärts geleitet. Deshalb ist bei einem Newton-Teleskop das Okular auch seitlich am vorderen Ende angebracht.

Die Länge und der Durchmesser des Tubus

Ein besonders wichtiges Maß bei jedem Teleskop ist der Durchmesser des Tubus. Je größer dieser ist, desto größer kann bei einem Refraktor das Objektiv und bei einem Reflektor der Spiegel sein. Dadurch kann mehr Licht eingefangen werden. Einsteigerteleskope weisen meistens Durchmesser von 60 oder 70 Millimeter auf. Teleskope für Profis können auch Durchmesser von 200 Millimeter oder mehr aufweisen.

Die Länge des Teleskops ist ebenfalls eine wichtige Größe. Der Abstand zwischen dem Objektiv und dem Okular wird Brennweite genannt. Das Maß der Brennweite spielt eine wichtige Rolle bezüglich der Vergrößerung. Um den Vergrößerungsfaktor zu ermitteln, wird die Brennweite des Teleskops durch die Brennweite des jeweiligen Okulars dividiert. Weist das Teleskop beispielsweise eine Brennweite von 600 Millimeter auf, dann ist mit einem 4-Millimeter-Okular eine 150-fache Vergrößerung möglich. Beträgt die Brennweite jedoch 900 Millimeter, dann könnte mit dem gleichen Okular ein Vergrößerungsfaktor von 225 erzielt werden.

Teleskope mit großer Brennweite

Wie beschrieben, verbessert sich die optische Eigenschaft eines Teleskops durch eine große Brennweite. Dabei tritt jedoch ein Problem auf. Mit zunehmender Länge verschlechtert sich auch die Handlichkeit. Deshalb gibt es auch das Cassegrain-Teleskop. Dieses funktioniert so ähnlich wie ein Newton-Teleskop. Allerdings befindet sich in einem Cassegrain-Teleskop an der Vorderseite kein Ablenkspiegel, sondern ein weiterer kleiner Parabolspiegel. Dieser reflektiert das Licht nochmals. Im hinteren Spiegel befindet sich eine kleine Öffnung, durch die das Licht dann bis zum Okular gelangt. Da das Licht in einem Cassegrain-Teleskop zweimal reflektiert wird, kann eine große Brennweite bei einer gleichzeitig kompakten Bauweise realisiert werden.

Das Stativ und die Montierung

Bei der Beobachtung von astronomischen Objekten ist es immer besonders wichtig, dass das Teleskop nicht wackelt. Aufgrund der starken Vergrößerung werden schon minimale Bewegungen des Teleskops enorm verstärkt. Deshalb sollte jedes Teleskop auch mit einem stabilen Stativ ausgestattet sein. Das Stativ sollte sich auch stufenlos in der Höhe einstellen lassen. Dadurch lässt es sich perfekt an die Körpergröße sowie an die jeweilige Beobachtungssituation anpassen.

Die Montierung ist die Komponente, die den Tubus mit dem Stativ verbindet. Sie soll eine leichte Bewegung des Teleskops ermöglichen, aber trotzdem kein Spiel aufweisen. Zudem muss sie die Möglichkeit bieten, das Teleskop in jeder beliebigen Position fixieren zu können. Es gibt recht einfach konstruierte azimutale Montierungen. Mit dieser kann das Teleskop auf dem Stativ um 360 Grad horizontal gedreht werden. Zudem lässt es sich bis zu 90 Grad vertikal schwenken. Während der Beobachtung eines Himmelskörpers muss die Drehung der Erde immer wieder durch nachstellen des Teleskops ausgeglichen werden, weil sonst das Objekt aus dem Blickfeld verschwindet. Dabei muss der Astronom sowohl die Höhe als auch den Winkel etwas nachjustieren.

Eine parallaktische Montierung ist aufwendiger konstruiert. Daher braucht das Teleskop mit solch einer Montierung nur in einer Richtung nachjustiert werden. Dadurch sind präzisere Beobachtung möglich. Da die Justierung deutlich einfacher ist als mit einer azimutalen Montierung, wird auch der Komfort erhöht.